Warum der „RB-Hass“ einfach nur dumm ist!

Ich bin genervt. So ziemlich. Grund dafür ist der blanke Hass, dem RB Leipzig täglich ausgesetzt ist. Es gibt Grenzen: Diese sind nun erreicht.

Fußball lebt vom „Fairplay“, von Respekt. Dinge wie „Hass“ haben im Fußball nichts zu suchen. RB Leipzig ist aktuell Tabellenführer der Fußball Bundesliga. Ein Verein, der ohne Frage massiv polarisiert. Für viele Fußballfans gehört der Verein nicht in die Bundesliga, weil er einen „Besitzer“ hat, keine Sponsoren. RB Leipzig ist für viele Fans nicht mehr als ein Marketingprodukt.

Selbstverständlich lässt sich über dieses Thema viele Stunden diskutieren, wie ich finde auch völlig zurecht. Aber: Es gibt einen Unterschied, ob man Dinge sachlich anspricht oder mit blankem Hass alles komplett ablehnt und im Grunde nur unter der Gürtellinie pöbelt.

In den sozialen Netzwerken ist RB Leipzig der Punchingball der sogenannten „Traditionsfans“.

Ich könnte jetzt einige hasserfüllte Beispiele nennen, verzichte aber darauf.

Es ist wichtig, sich mit dem Konzept hinter RB Leipzig auseinanderzusetzen, gerne auch zu kritisieren. Aber dann bitte sachlich, mit Niveau und Argumenten.

Der Fußball wandelt sich. Wird immer wirtschaftlicher. Fußballvereine sind immer mehr Wirtschaftsunternehmen. Es geht immer mehr um Geld, um Marketing, immer weniger um den Fußball selbst. Viele Fans kritisieren das, ganz egal ob in München, Dortmund oder in anderen Bundesligastädten. Es ist ein Trend, der immer deutlicher wird, was natürlich auch seine Gründe hat. Eine Bundesligamannschaft möchte konkurrenzfähig bleiben, muss deshalb auch immer mehr Geld einnehmen, um auf dem Transfermarkt eine Chance zu haben. Vor allem die Topclubs haben damit zu kämpfen. Ein mittelmäßiger Premier League Club kann Geld in Spieler investieren, wo Clubs wie Schalke, Wolfsburg oder Leverkusen kaum mithalten können. Grund dafür sind die hohen Einnahmen, u.a. durch den neuen TV-Vertrag in England.

Verliert der Fußball aber immer mehr die Nähe zu seinen Fans? Eine Frage, die recht schwer zu beantworten ist. Die Fans strömen weiterhin in die Stadien, identifizieren sich mit ihren Teams. Und doch, hat man ab und an schon den Eindruck, dasss es teilweise nicht mehr ganz so „intensiv“ ist, wie noch vor einigen Jahren.

Kommen wir aber zurück zu RB Leipzig. Natürlich hatte die Mannschaft finanziell deutlich bessere Möglichkeiten als andere Aufsteiger. Natürlich ist es ein Wettbewerbsvorteil. Dennoch macht man es sich oft zu leicht, wenn man sagt: „Geld schießt halt Tore“. RB Leipzig setzt nicht auf große Stars, sondern auf junge, hungrige Spieler. Die sich um jeden Ball bemühen, zusammenhalten, etwas erreichen, es allen zeigen wollen. Der Hass macht sie noch stärker. RB Leipzig spielt tollen, offensiven Fußball. Sie zeigen das auf dem Platz, was viele Fans bei ihren Vereinen vermissen: Leidenschaft, für den anderen zu kämpfen, sich für den Verein zu zerreißen. Vor allem das gestrige Spiel gegen Leverkusen zeigte: Diese Mannschaft hat Charakter!

Ich respektiere RB Leipzig, die Spieler, sowie das Trainerteam für ihre sportlichen Leistungen, die wirklich großartig sind. Bei aller Kritik über das Geschäftskonzept macht diese Mannschaft einen unfassbar guten Job, spielt erfrischenden Fußball und ist sportlich ein Gewinn für die Liga.

Muss man dieser Meinung sein? Natürlich nicht.

Mir geht es aber darum, dass man dennoch einen gewissen Respekt zeigt. Niemand muss RB Leipzig lieben, aber zumindest das respektieren, was sie Woche für Woche leisten.

Dieser Hass nimmt aktuell wieder Formen an, die niemand braucht. Es kann auch nicht sein, dass Fans von RB Leipzig massiv beleidigt werden, wenn sie sich über Siege oder gute Spiele freuen. Machen das andere Teams, ist das völlig in Ordnung.

Mir ist nur wichtig: Lasst den Hass sein. Niemand verbietet irgendwem, RB Leipzig nicht zu kritisieren. Aber bitte in einem Maß, welches an eine gute Kinderstube erinnert.

Fakt ist: Hass hat im Fußball, aber auch generell im Leben nichts zu suchen.

Geschrieben von Florian Hellmuth

PS: Der Shitstorm ist eröffnet!

Ein Kommentar

  1. Sehr gut geschrieben. „Für viele Fußballfans gehört der Verein nicht in die Bundesliga“ – Hier würde ich widersprechen. Nicht „viele“ eher „einige“ – bei mir im Umkreis hat da keiner was dagegen. Sehen es alle wie du es schreibst – eine Bereicherung. Auch sehe ich keinen Unterschied darin ob ein Verein nur „einen“ Sponsor hat oder mehrere. Hier geht es nur um die finanziellen Mittel. Wenn Evonik bei Dortmund oder die Telekom bei München genügend bezahlen würde hätte die beiden Vereine wahrscheinlich auch keinen weiteren Sponsor nötig.

    Mit Ausnahme von Keita und Burke hätte sich jeder Bundesligist die Spieler von RB leisten können. Hat aber keiner – entweder weil Sie in den Spielern nicht das Potenzial gesehen haben oder weil Sie die Spieler wahrscheinlich gar nicht gekannt haben (Gulacsi, Schmitz, Demme).

    RB zeigt aktuell wie man es machen muss. Wichtig ist eine harmonische funktionierende Mannschaft mit einem Trainer, der Ideen hat. Hatte man beim Trainer ja schon im Vorjahr in Ingolstadt gesehen oder auch in Darmstadt. Nicht große Namen kaufen und hoffen, dass Sie funktionieren (wie meiner Meinung nach in Wolfsburg geschehen) ist der Schlüssel.

    Die „sogenannten“ Traditionsvereine hatten nun genügend Zeit (mehrere Jahrzehnte würde ich jetzt einfach mal sagen) um aus den Möglichkeiten, die sie haben was vernünftiges zu machen. Aber das haben Sie (leider) nicht. Und nun wundern sich diese Vereine und die „sogenannten“ Fans, dass auf einmal ein Verein da ist, der sie aktuell überflügelt hat. Aber RB schafft das ja nur weil die anderen mutmaßlich keinen guten Job machen.

    An den Beispielen der letzten Jahre (Berlin, Köln, Gladbach) sieht man aber eindeutig, dass es funktionieren kann – wenn man die richtigen Leute mit den richtigen Ideen hat.

    Gefällt 1 Person

Kommentare? Immer her damit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s