#GNTM-Finale – Warum @ProSieben alles richtig gemacht hat!

Am vergangenen Donnerstag beim Finale von „Germanys Next Topmodel“ gab es einen Vorfall, den niemand von uns erleben möchte – Eine Bombendrohung! Kritik gab es teilweise für die Kommunikation von ProSieben, meiner Einschätzung nach aber unberechtigt!

Es wurde in den letzten Tagen sehr viel über das gesamte Thema diskutiert. Ich möchte im Grunde keine dreistündige Aufarbeitung leisten, dennoch fand ich die entsprechenden Tweets, die @ProSieben heute getwittert hat, durchaus berechtigt und charakterlich sehr stark. Man kann natürlich über die Wortwahl streiten, aber hey: Es ist @ProSieben und die haben ihren eigenen Stil der Kommunikation.

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Mein erster Gedanke, als ich diese beiden Tweets las:

„Sie haben Recht“

Warum? Weil im Netz frühzeitig so viele Spekulationen im Umlauf waren, dass eine Massenpanik schlichtweg in Kauf genommen wurde. Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone und kann sich bei Twitter einloggen. Als die Zuschauer unter einem legitimen Vorwand aus der Halle beordert wurden, ist bei Twitter bereits von einer Bombendrohung zu lesen gewesen.

Hätte sich diese Meldung in der Halle lautstark verbreitet, wäre eine Massenpanik fast unausweichlich gewesen.

ProSieben hatte an diesem Abend mit einer absoluten Ausnahmesituation zu kämpfen. Natürlich gibt es auch für solche Situationen gewisse Regeln und Pläne, wie man vorzugehen hat. Dennoch bleibt es eine Ausnahmesituation.

Als die ersten Tweets zum Thema reinkamen, gab es von der Polizei ein Dementi. Erst später bestätigte die Polizei eine Drohung. Also scheint irgendjemand von der Presse davon erfahren zu haben und verbreitete die Meldung ungefiltert.

Natürlich hat der Journalist damit eine große Sensationsmeldung in der Pipeline, aber auf der anderen Seite auch viele Menschenleben, die durch eine solche Kommunikation in Gefahr geraten können.

Ich habe vorhin einige Tweets zum Thema getwittert, um die Kommunikation von @ProSieben ein wenig aufzuarbeiten.

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Etwas mehr als eine Stunde nach der eingegangenen Drohung, kommunizierte @ProSieben um 22:15 Uhr, dass die Sendung abgebrochen wird. Rund 15 Minuten später gab es noch den Hinweis über die Bombendrohung, sowie die Evakuierung. Die BILD berichtete bereits um 21:31 Uhr via @DanielC_BILDde über die Drohung. Zu diesem Zeitpunkt war die Evakuierung noch im Gange.

Wenn man sich über das Thema nun ernsthaft seine Gedanken macht, dann weiß man selbst, wie blöd man eigentlich ist. Man liest eine Meldung bei Twitter und was tut man? Retweeten! So verbreiten sich Meldungen. Ich habe leider zu spät mitbekommen, was in Mannheim passiert war und musste daher viele Tweets nachholen. Heute weiß ich: Solche Tweets würde ich wegen möglichen Folgen, zumindest in diesem Rahmen, nicht mehr retweeten.

Das Problem ist aber ein ganz anderes. Einige Journalisten vor Ort haben den Fehler begangen, diese Geschichte viel zu früh zu kommunizieren. Wer das tut weiß, dass es sich in Sekunden im ganzen Netz verbreitet. Als Sender ist man da machtlos.

@ProSieben hat das einzig richtige gemacht – Sie haben gewartet. Nicht die Sendung selbst oder die Twitter-Follower waren wichtig, sondern die Leute in der Halle. Diese hatten absolute Priorität. Als die Situation gebannt war, wurden alle wichtigen Themen kommuniziert und die Leute draußen informiert. Das ist professionell und in diesem Fall die perfekte Kommunikation.

Nachdem alle Zuschauer die Halle verlassen haben, würde wohl niemand die Arbeit der Journalisten behindern, die natürlich darüber berichten müssen, was auch legitim ist. Ich fand die Periscope-Geschichte der BILD im Nachhinein super. Aber das was zuvor rausgetwittert wurde, hätte schlimme Konsequenzen haben können. Von daher verständlich, dass ProSieben den entsprechenden BILD-Mitarbeiter nicht zu ihrer Jahres-PK eingeladen hat.

Wenn man eine Lehre aus der ganzen Sache ziehen sollte, dann vor allem eine: Nachdenken! Nachdenken darüber, was man twittert, was man verbreitet und welche Konsequenzen dies haben kann. Das gilt nicht nur für Journalisten, sondern auch für die Zuschauer zu Hause.

Geschrieben von Florian Hellmuth

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