Kristina Inhof im Interview – „Ich hoffe, dass sie die kleine Österreicherin ins Herz schließen werden“

Sie ist die Neue im Moderatoren-Team von „Sky Sport News HD“. Heute Abend wird Kristina Inhof wieder für die Champions League auf PULS4 in Österreich vor der Kamera stehen. Vorher hat sie sich die Zeit genommen, etwas mehr über sich zu erzählen.

Unbenannt

Hallo Kristina, erst mal Lieben Dank für deine Zeit! Ab April bist du als Moderatorin bei „Sky Sport News HD“ im Einsatz. Die „SportWoche“ in Österreich titelt aktuell mit „Kristinas Aufstieg“ – Ist das am Ende wirklich nur ein Aufstieg oder doch eher eine Bestätigung für die Arbeit, die du in den letzten Jahren geleistet hast?

Einerseits natürlich ein Aufstieg, weil ich schon lange gehofft habe, den Sprung nach Deutschland zu schaffen. Außerdem ist das noch nicht vielen Österreichern gelungen. Andererseits ist es tatsächlich die Ernte jahrelanger Arbeit. Jedes Praktikum, jeder anfangs schlecht bezahlte Job und jede Live-Sendung die ich in den letzten Jahren gemacht habe, haben mir schlussendlich die Erfahrung und das Können gegeben, mit denen ich schlussendlich den „Aufstieg“ geschafft hab.

Der Weg zu #SSNHD klingt recht unromantisch. Du hast dich beworben und am gleichen Tag eine Einladung zum Casting bekommen. Was für ein Gefühl geht einem da durch den Magen, wenn man weiß: „Das ist deine Chance“.

Vielleicht unromantisch, ja. Aber ich bin eh nicht so die romantische. Ich bin eher die für’s Abenteuer. Wie cool ist es wenn du am Tag der Bewerbung eine Rückmeldung und Einladung zum Casting bekommst und am nächsten Tag schon nach München jettest um weit nach Mitternacht die „Chance deines Lebens“ zu ergreifen?! Ich hatte weder viel Zeit um mich vorzubereiten, noch um richtig nervös zu werden. Ich glaub mir war gar nicht so klar, was da eigentlich auf mich zukommen kann. Das war aber rückwirkend auch ganz positiv denk ich.

Wie muss man sich so ein Casting vorstellen? … und vor allem: Wie geht man da ran? Locker flockig oder doch eher mit sehr viel Respekt?

Ich hab ja schon viele Castings beim Fernsehen gemacht und konnte daher in den letzten Jahren viel Erfahrung sammeln. Meistens bekommst du vorab eine Aufgabenstellung, z. B. dass man 5 Moderationstexte vorbereiten muss sowie ein Interview mit einem Sportler. So ähnlich war es auch bei SSNHD. Ich gebe bei der Vorbereitung immer mein Bestes, arbeite sehr akribisch und überlasse eigentlich fast nix dem Zufall. Insofern: Jedes Casting ist eine riesen Chance, die ich zu 100% ernst nehme.

Imponierend fand ich in der Vorbereitung, dass du wirklich schon große Live-Erfahrung hast. Die ist natürlich unbezahlbar und wird dir bei „Sky Sport News HD“ absolut helfen. Erzähl uns von deinen bisherigen Stationen.

Cool dass du schon so viel über mich recherchiert hast. Ich bin ja ein totaler Fan von Live-Fernsehen. Seit über 3 Jahren bin ich mehrmals die Woche live on Air. Begonnen hat es beim Wiener Stadtfernsehsender W24 mit einer täglichen Abend News-Show. Kurz danach das gleichzeitige Engagement beim österreichweiten Privatsender PULS4, wo ich extra für die UEFA Champions League angeheuert wurde. Da muss man dazu sagen, dass ich gerade erst mein Sport-Studium abgeschlossen habe, und optimal ins Beuteschema gepasst habe. Außerdem moderiere ich schon seit einigen Jahren Veranstaltungen. Vom Sportevent bis zur Galanacht, war alles schon dabei. Auch das ist ja „live“ und es gibt keine Chance für eine Wiederholung auf der Bühne. Meine größte Off-Air Moderation hatte ich aber in Köln, beim EHF Final 4. In die Lanxess Arena passen 20.000 Fans, das muss man sich erst mal vorstellen. Und das sind alles Handballfans mit Trommeln, Tröten usw. die jede Menge Lärm machen um ihr Team anzufeuern. Da muss man sich als junge Dame unten am Spielfeld mit seinem Mikro erst mal durchsetzen. Ich war sehr nervös, da ich auf Englisch moderieren musste. Aber es scheint gefallen zu haben, nach meiner Premiere 2013 wurde ich für 2014 nochmals engagiert.

Gibt es etwas in deiner bisherigen Laufbahn, das dich besonders geprägt hat?

Ich glaube es ist die Summe der vielen Einzelfälle, die mich geprägt hat. Jedes Hoppala in einer Live-Sendung, jede Zuschauerkritik und jedes Kompliment haben mich weiter gebracht. Ich bin für jeden Moment, egal ob positiv oder negativ dankbar.

Neben deinen Jobs hast du parallel auch noch ein Sportwissenschafts-Studium absolviert. Auf deiner Homepage schreibst du, dass das Studium aus heutiger Sicht viele Vorteile brachte. Welche waren das und ist es nicht gerade in dieser Branche wichtig, neben dem Job vor der Kamera, immer eine Alternative zu haben?

Vorteile hat es mir gerade für den Anfang gebracht, als ich viele Sportevents (Triathlons, Frauenläufe etc.) moderiert hab. Da hat sich das Studium im Lebenslauf einfach gut gemacht. Auch für das Engagement bei PULS 4 war es anfangs gut, mit einem Sport-Studium auftrumpfen zu können. Immerhin war ich die 1. Frau im österreichischen TV die sich rund um die Champions League ins Geschehen eingemischt hat J Heute ist das Studium aber für keinen Job mehr ausschlaggebend, sondern meine Erfahrung und mein Können.

Laut eigener Aussage, hast du bisher keine Sekunde bereut, Moderatorin zu werden. Enttäuschungen gibt es natürlich auch in diesem Job, in dieser Branche, immer wieder. Für dich sind das Erfahrungen, die dich weitergebracht haben. Ist diese positive Einstellung auch einfach etwas, dass dich charakterlich beschreibt oder vielleicht auch ausmacht?

Ich glaube das trifft es auf den Punkt. Ich habe nie auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass ich irgendwann mein Ziel erreichen werde. Und mein Ziel war immer: Moderation einer großen Unterhaltungsshow in Deutschland. Es ist also noch weiter etwas da, woran ich arbeiten möchte und was ich in den nächsten Jahren erreichen möchte. Aber step by step. Jetzt ist mal SSNHD dran. Aber zurück zu meiner Grundeinstellung. Ich hab ganz viele Casting-Absagen bisher bekommen. Manchmal bin ich heulend in den Armen meiner Mama gelegen, weil ich so enttäuscht war. Aber ich habe gelernt, dass jede Absage einen Sinn hat. Mein Weg ist einfach ein anderer und alles kommt so, wie es für mich kommen soll. Daran glaube ich ganz fest und deswegen akzeptiere ich manche Niederlagen auch besser und kann wieder positiv in die Zukunft schauen.

Vor allem bei gutaussehenden Frauen gibt es von Seiten einiger Zuschauer, aber auch Medienbeobachtern, immer wieder Kritik daran, dass sie den Job nur haben, weil sie sogenannte „Hingucker“ sind und zudem gut für die Quote. Ist das in Österreich auch ein Thema und wurdest du schon mal darauf reduziert?

Na klar hat man mich schon mal Quoten-Tussi genannt. Das hat am Anfang ein bisschen weh getan. Aber ich habe bewiesen, dass ich mehr kann als gut aussehen. Und das können ja wirklich viele. Das ist heutzutage nix mehr besonderes. Die Oberliga schafft es gut auszusehen, gleichzeitig am Boden zu bleiben und auch noch mit Kompetenz zu punkten.

Blendet man das aus oder sagt man sich selbst: „Ich bin hier, weil ich es mir durch gute Leistungen verdient habe.“ – Grundsätzlich ist das Thema sehr oft unfair, weil auch gute Moderatorinnen zu schnell über einen Kamm geschoren werden. Aber in dieser Branche braucht man eben ein dickes Fell.

Klar braucht man ein dickes Fell. Ich bin nämlich ein sensibler Mensch. Ich muss zugeben ich lese mir so gut wie jedes Feedback der Zuschauer durch, aber habe mit der Zeit gelernt, mir nicht mehr alles zu Herzen zu nehmen und über viele Sachen auch zu Schmunzeln.

Kommen wir zurück zu deiner neuen Arbeitsstelle. Wo liegt für dich der Reiz an „Sky Sport News HD“?

Dass jede Moderationsschicht über 4 Stunden geht. 4 Stunden live on Air, das bedeutet hoch konzentriert zu sein, eine gewisse Ausdauer an den Tag zu legen und gleichzeitig zu wissen, wovon man spricht. Bei SSNHD muss man nämlich ständig auf dem neusten Stand sein, was die Sport-News angeht. Das heißt tägliches Zeitung lesen, sich zu informieren was auch beim Golf oder beim Biathlon passiert und ein breites Grund-Wissen über den internationalen und nationalen Sport aufzubauen.

Gibt’s Sportarten, die du besonders gerne verfolgst?

Fußball. Liegt aber an meinem Background mit der Champions League. Außerdem hab ich selbst 7 Jahre Handball gespielt und fühle mich mit diesem Sport, auch weil ich das Final4 in Köln moderiert habe, sehr verbunden.

Du hast während deines Studiums ein Auslandssemester in Spanien absolviert. Könntest du aus dem Stehgreif ein Interview mit Pep Guardiola auf spanisch führen?

Nein :) – Meine Spanisch-Kenntnisse sind mittlerweile ziemlich eingerostet. Wenn ich mich drauf vorbereite, ja. Aber spontan nein.

Im Internet bist du sehr präsent. Vor allem deine Facebook-Seite ist sehr interaktiv gestaltet. Du lässt die Leute an deinem Leben Teil haben. Wie wichtig ist dir das und welche Eindrücke nimmst du daraus mit?

Mir macht Facebook Spaß und ich schau mir auch gerne die Seiten meiner Kollegen an. Ist doch spannend zu wissen, was für ein Mensch sich hinter der Fernseh-Kristina verbirgt. Natürlich versuche ich so 100%ig wie möglich „ich“ zu sein, aber das geht im Fernsehen natürlich nicht. Da wirst du geschminkt und aufgebrezelt und weißt, du bist „on Air“. Zuhause in meiner eigenen Wohnung bin ich gerne viel entspannter unterwegs, in Jogging Hose, ungeschminkt, am Sofa irgendeinen Essens-Müll in mich reinschiebend. Herrlich!

Eindrucksvoll finde ich persönlich, dass du deutlich mehr mit den Leuten interagierst, als sehr viele On Air Persönlichkeiten in Deutschland. Bei dir wirkt das nicht wie PR, sondern wie ein sehr authentischer Austausch. Das sieht man auch daran, dass du Kommentare von deinen „Fans“ per „Gefällt mir“ zur Kenntnis nimmst, sowie auch auf Beiträge intensiver eingehst. Glaubst du, dass genau das ein Grund ist, warum du so gut ankommst?

Danke für das Kompliment. Mir ist es wie gesagt wichtig, auch das Feedback meiner Facebook-Fans zu lesen, daher klicke ich bei deren Kommentaren oft auf „Gefällt mir“ oder gebe eine Antwort. Natürlich kann man das nicht bei allen machen, und jede Kaffee-Einladung beantworte ich natürlich auch nicht. Aber ich versuche, so nah wie möglich an die Zuschauer heranzukommen und möchte mir das auch unbedingt in Zukunft beibehalten. Und zur Info: Meine Seite betreue ich ganz alleine und habe keine Helferleins.

Bei Twitter bist du noch nicht ganz so aktiv. Wie kommts? Nicht so dein Medium oder fehlt am Ende auch einfach die Zeit?

Was du alles bemerkst! Ich achte schon darauf, auch regelmäßig zu twittern allerdings ist das Feeling nie so richtig auf mich übergesprungen und die Resonanz der Leute auch nicht so groß. Deshalb füttere ich meinen Twitter-Account auch nicht so oft mit Neuigkeiten wie meinen Facebook oder Instagram-Account.

Zum Schluss noch eine etwas ausführlichere Frage – Was erwartest du von deinem neuen Job, welche Erfahrungen möchtest du machen und gibt es etwas, dass du dem deutschen Publikum sagen willst, bevor es für dich bei #SSNHD so richtig losgeht?

Ich erwarte mir einfach eine super Zeit, ganz neue Erfahrungen die mich in meiner persönlichen Entwicklung weiterbringen, neue Türen die sich dadurch auch beruflich öffnen, weitere spannende Angebote im Job und noch so vieles mehr, was mir jetzt so spontan gar nicht einfällt. Die Deutschen sollen einfach wissen, dass ich mich wahnsinnig auf sie freue und ich hoffe, dass sie die „kleine Österreicherin“ ins Herz schließen werden.

Vielen Dank und alles Gute für deinen Start bei „Sky Sport News HD“.

Interview von Florian Hellmuth

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