EM-Qualifikation bei RTL – „Lasst sie doch erst mal machen!“

Zukünftig laufen die Qualifikationsspiele zur EM 2016 und WM 2018 bei RTL – Natürlich bedeutet das auch einige Veränderungen, aber alles sollte man im Vorfeld nicht schlecht reden.

Natürlich ist es eine Umstellung, auch für den Zuschauer. Generell finde ich es gar nicht schlecht, dass sich mit RTL ein neuer Player für die Spiele der Nationalmannschaft gefunden hat. So kommt auch etwas Abwechslung rein, zumal die Freundschaftsspiele und die großen Turniere weiterhin bei ARD/ZDF zu sehen sind.

Ich finde sogar, dass die Übertragungen bei den ÖR mit der Zeit etwas angestaubt sind. Seit Jahren produzieren sie auf einem guten Level, aber ohne echte Weiterentwicklung.

Rtl-Fussball-Mobiles-Studio

Bildquelle: RTL

Von RTL gab es im Vorfeld schon einige Infos zur Übertragung. Insgesamt sind 40 Kameras im Einsatz, die Berichterstattung kommt teilweise direkt aus dem Stadion, teilweise aus dem mobilen Außenstudio.

Ein Highlight des mobilen Studios:

„Mit vier Live-HD-Signalen kann das Panorama einer Stadion-Totalen formatfüllend auf die zwölf Monitore gelegt werden, mithilfe von „getrackten“ Kameras 3-D-Objekte im Studio dargestellt werden.“
 
Quelle: Tagesspiegel
 

Was die Qualität der Produktion angeht, dürfte es wenig Grund zur Beanstandung geben, da man auch bei der Formel 1 und beim Boxen meist einen sehr guten Job macht. Dennoch bleibt zu hoffen, dass man wenig VIP-News und Interviews mit RTL-Promis bringt. RTL wolle zwar aus den Übertragungen einen Event machen, aber der Fußball soll absolut im Vordergrund stehen. Hoffen wir mal, dass es auch so kommt.

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Bildquelle: RTL

Als Moderator fungiert Florian König, was nicht die große Überraschung ist. Er ist das Sendergesicht im Sport-Bereich und deshalb die logische Wahl. Jens Lehmann steht ihm als Experte zur Seite. Kommentator ist Marco Hagemann, der nebenbei auch noch für Eurosport arbeitet.

Ein großer Faktor bei RTL ist natürlich auch die Werbung. Bis zu 132.000 Euro kostet ein 30-Sekünder in der Halbzeitpause. Natürlich will RTL die hohen Rechtekosten von rund 100 Millionen Euro nach und nach wieder reinbekommen. Für uns Zuschauer wird das natürlich nervig, aber nicht zu ändern. Bei den ÖR gab es dieses Problem nicht, aber ein privater Free-TV-Sender finanziert sich eben durch Werbung. Geplant seien acht Werbe-Inseln in der Zeit von 19:45 Uhr bis Mitternacht.

Kritik wird es heute Abend zudem geben, weil viele Zuschauer die Partie nicht in HD sehen können. Das liegt daran, dass RTL HD nur über HD Plus zu empfangen ist. Wer für die privaten in HD nicht zahlt, der muss mit der Standartauflösung vorlieb nehmen. Auch aus diesem Grund gibt es Kritik daran, dass die ÖR die Rechte für die Quali-Spiele verloren haben. Sehr schade übrigens, dass die Kölner während der Übertragung ihren HD-Ableger nicht FTA ausstrahlen, eben damit auch „alle“ Zuschauer die Partie und vor allem auch die Berichterstattung hochauflösend sehen können. So kommt nur ein kleiner Teil in den Genuss der HD-Ausstrahlung. Das kann, nein – Das „muss“ man kritisieren.

Es gibt vor der heutigen Übertragung also Dinge, auf die man sich durchaus freuen kann, aber auch Themen, die man kritisieren muss. Eine faire Chance hat der Sender aber in jedem Fall verdient. Die sollte man ihm auch zugestehen. Meckern kann man auch im Nachhinein. Alles im Vorfeld schlecht zu reden, wäre der falsche Ansatz.

Von daher bin ich sehr gespannt auf heute Abend. RTL beginnt mit der „Live“-Berichterstattung um 19:45 Uhr.

Geschrieben von Florian Hellmuth

 

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