Social „Buschi“ – Ein Mann zwischen Genie und Wahnsinn!

Eine Facebook-Seite mit über 100.000-likes, ein ganz neues Projekt und ganz viel Social Media – Frank Buschmann ist ein Vorbild für die Branche, muss aber aufpassen, dass er nicht komplett überdreht.

Es sind echte „Typen“, die wir ins Herz schließen. Das ist nicht nur im normalen Leben der Fall, sondern auch im Social Web. Wir mögen Menschen, die „anders“ sind, authentisch, vielleicht auch etwas bekloppt.

Frank Buschmann gehört zu diesen „Typen“. Er ist positiv verrückt, sportbegeistert, ein emotionaler,  leidenschaftlicher und fast schon besessener Kommentator. Es gibt fast nichts, was er nicht kommentieren kann, selbst bei einer Schach-WM würden viele seiner „Fans“ reihenweise einschalten.

„Buschi“, wie er von vielen kumpelhaft genannt wird, gehört seit Jahren zu den beliebtesten TV-Kommentatoren in Deutschland.

Mittlerweile gibt es fast schon einen „Buschmann-Hype“ im Internet. Durch seine Facebook-Seite hat er es nicht nur in kürzester Zeit geschafft, „seine“ Zuschauer auf eine Plattform zu bringen, sondern auch normale Sportfans und Medieninteressierte.

Buschmann bedient auf seiner Seite viele Facetten, die es schlicht und einfach auf anderen Portalen nicht gibt. Wer sich für die Medien, aber auch für den Sport interessiert, der ist auf der Facebook-Seite von Frank Buschmann goldrichtig.

Wer auf „Gefällt mir“ klickt, ist nach kurzer Zeit fasziniert von diesem „Typen“, der während „Schlag den Raab“ mit den Zuschauern kommuniziert, Trinkspiele veranstaltet, hinter die Kulissen blicken lässt, Sportereignisse einschätzt, Feedback seiner User kommentiert oder ganz einfach irgendwelche bekloppten Videos aus Hotelzimmern postet und erklärt: „Dies ist eine Lampe“.

Frank Buschmann beweist in den letzten Monaten eindrucksvoll, wie gut Social Media sein kann, wenn man es richtig macht.

Er hat sich mit dem Thema „Social Media“ intensiv auseinandergesetzt, viele Erfahrungen gesammelt, viel richtig, aber natürlich auch vieles falsch gemacht.

Aber das ist egal, denn diese Erfahrungen sind irre wichtig, um sich selbst, aber auch die Arbeit einzuschätzen, die er in den vergangenen Monaten geleistet hat.

Denn – Social Media ist vor allem eines: Arbeit! Man muss sich in das Thema reinknien, präsent sein, seine Seite pflegen, viel lesen, Einschätzungen zur Kenntnis nehmen und versuchen sich trotz der vielen Eindrücke immer treu zu bleiben.

Wichtig ist aber vor allem der Punkt, dass er es gewagt hat. Buschmann hatte die Eier, dieses Projekt „intensiv“ anzugehen, zu revolutionieren und zu leben. Sein Erfolg gibt ihm Recht.

Thema „Kommentatorenbashing“

Wie Buschmann selbst schon öfter verlauten ließ, waren seine Kollegen nicht immer Fan von dieser Idee. Viele wollten sicherlich auch erst mal schauen, wie sich das alles entwickelt, denn Buschmann betrat damit absolutes Neuland.

Was man bei diesem Thema auch nicht vergessen darf ist schlicht und einfach, dass sich nicht jeder Kommentator/Moderator für eine Facebook-Seite bzw. eine Kommunikation, wie sie Buschmann lebt, eignet.

Ich würde einem Bela Rethy, einem Marcel Reif oder einem Steffen Simon nicht unbedingt zu einer eigenen Facebook-Seite raten, da sie im Social Web einen ganz schlechten Ruf haben.

Jetzt könnte man sagen, sie haben irgendwie auch selbst Schuld, weil sie die Kommunikation, anders als Frank Buschmann, mit dem Social Web nicht suchen. Das stimmt natürlich, absolut sogar. Kommentatoren, die regelmäßig in der Kritik stehen, sind kaum zu erreichen, vielleicht weil sie es auch gar nicht wollen.

Meiner Ansicht nach ist es schon der falsche Weg, denn durch schlichtes ignorieren provoziert man kritische Zuschauer, die eben heute nicht mehr in der „Unterzahl“ sind. Würden sich Rethy & Co den Zuschauern stellen und mit der Kritik beschäftigen, könnte man viele Dinge ausräumen und aufarbeiten.

So kommt es rüber wie: „Mir doch egal, was die Zuschauer denken“ – Fakt ist aber auch: Viele Kommentatoren verstecken sich hinter ihren Redaktionen und sind resistent gegen Kritik.

Ein Live-Chat, ein Treffen mit mehreren Kritikern oder ähnliche  Dinge würden positiv ankommen, denn dann merkt auch der Zuschauer, dass dem Kommentator eben nicht alles egal ist, was so geschrieben wird. So lange es in diesem Bereich keine Annäherung gibt, müssen Rethy, Reif, Simon & Co damit leben, auch in Zukunft kritisiert zu werden.

Kritik gibt es, wird es auch immer geben, aber vielleicht könnte sich an dem „Rahmen“ der Kritik etwas verändern. Wichtig zu sagen ist übrigens auch, dass es in Deutschland nur rund 10 Kommentatoren gibt, die regelmäßig böse kritisiert werden.

Wenn Kommentatoren in Interviews von „Kommenatoren-Bashing“ sprechen, dann zeigt das nur, dass sich diese überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt haben.

Frank Buschmann hat dieses Problem nicht, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Kritik wird auch Buschmann bekommen und das ist auch gut so, wichtig ist, dass man sich sachlich damit beschäftigt und seine eigenen Schlüsse daraus zieht. Auch ein Kommentator, der seit Jahren diesen Job ausübt ist alles andere als perfekt, man kann noch immer etwas an sich ändern und sollte vor allem nie mit sich zufrieden sein. Wer nur sein Programm runterspielt, dem wird nie jemand außerhalb der bezahlten Redaktion ernst nehmen.

Eine Facebook-Seite mit ganz viel Charme vs. Hochglanzproduktion

Kommen wir aber zurück zur Facebook-Seite von Frank Buschmann. Diese lebt von Emotionalität, Leidenschaft, Humor und einer gewissen Beklopptheit.

Die Leute lieben die verwackelten YouTube-Videos aus dem Stadion, seinem Garten oder auf dem Fahrrad. Das hat eben diesen oft genannten Charme, ist authentisch und sympathisch.

… oder? – Stimmt ab – Was ist euch lieber?

Mit „Buschi TV“ startet im August „sein Baby“. Frank Buschmann möchte Dinge tun, die im linearen Fernsehen bisher nicht möglich waren. Sportler von einer ganz anderen Seite zeigen, verrückte Dinge tun, die Zuschauer mit einbeziehen.

Die Idee ist innovativ, hat was, „könnte“ gut werden. Meinen auch zwei meiner Facebook-Freunde, die ich gefragt habe:

  • Ich freu mich drauf, weil es – wenn man allen Ankündigungen glauben darf – etwas Neues, etwas anderes wird. Glaube, dass die Person Buschmann da eine große Rolle spielt – in dem Sinn, dass so ein Pprojekt nicht jeder (bekannte) Sportjournalist starten könnte. Der Erfolg ist nicht vorprogrammiert, aber ein scheitern auf ganzer Linie kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
  • Ich finde es super, was sich Frank Buschmann so im letzten halben Jahr aufgebaut hat. Ich mag seine Texte hier auf Facebook gerne lesen und ich höre ihn vor allem unglaublich gerne (sei es im TV oder auf YT). Dieser Mann hat einfach eine Art, die für mich super sympathisch ist. Daher freue ich mich wahnsinnig auf Buschi TV und bin gespannt, was er uns da alles bieten wird!

… und jetzt komme ich und spiele den Spielverderber?

Nein, nicht ganz. Ich finde die Idee wirklich gut, bin auch sehr gespannt auf die Umsetzung, habe aber zwei große „aber“.

  1. Geht durch die „Hochglanzproduktion“ der Charme flöten?
  2. Gibt es bald zu viel „Buschi“ auf allen Plattformen?

Das sind Fragen, die „aktuell“ noch niemand beantworten kann.

Buschmann würde jetzt sagen, „dann schalte doch einfach nicht ein“. Darum geht es aber nicht, eher darum, dass eine Übersättigung an Inhalten auf der einen Seite, sowie ein möglicher Verlust von Qualität und Charme auf der anderen Seite, sorgen könnte.

Alleine von „Buschi TV“ sind wohl mehrere Episoden pro „Woche“ geplant. Hinzu kommt dann die Facebook-Seite, bei der man sich fragen muss, ob diese noch in „dieser“ Form weitergeführt werden kann, wenn viel Content auf „Buschi TV“ ausgelagert wird.

Genau dann, könnte Frank Buschmann seinen Charme verlieren, denn wenn es weniger von dem gibt, was die Zuschauer lieben, könnte sich vieles schon in eine andere Richtung drehen.

Buschmann hat mit einem Produktions-Team im Rücken, aber auch einem geldgebenden Partner sicherlich Dinge, die er erfüllen muss. Vielleicht sind es „Zuschauerzahlen“, vielleicht andere Dinge. Er „muss“ eine gewisse Relevanz erreichen, um das Projekt zukünftig am Leben zu erhalten.

In der Vergangenheit gab es gute Produktionen, die im kleineren Rahmen wirklich toll waren, die aber eingebrochen sind, als man etwas „großes“ daraus machen wollte. So ein bisschen Angst habe ich, dass „Buschi TV“ eben nicht so wird, wie wir uns das alle vorstellen, vielleicht auch wie Frank Buschmann sich das vorstellt.

Planen kann man vieles, aber klappt die Umsetzung auch so und kommt diese auch entsprechend bei den Zuschauern an? Eine gewisse Gefahr besteht einfach.

Neben „Buschi TV“ muss die Facebook-Seite, wie oben schon erwähnt, „die“ wichtigste Seite bleiben. Der Content, den es „aktuell“ noch gibt, muss es auch weiter geben. Die Leute wollen Buschmann bei „Schlag den Raab“ in kleinen Videos sehen, wie er Fahrrad fährt und dummes Zeug redet, aber auch ehrliche Einschätzungen zu Medienthemen gibt.

Trotz des ganzen Klamauks kann der „Buschi“ nämlich auch sehr tolle, ernsthafte Einschätzungen zu verschiedensten Themen geben, mit denen sich nicht nur seine Fans, sondern auch Beobachter identifizieren können. Er spricht oft so ein bisschen aus dem Herzen vieler seiner Leser.

Immer volle Power

Es gab schon viele seiner „Fans“, die sich mit der Zeit etwas Sorgen darüber machten, ob er nicht zu sehr in diesem Thema drin ist und ihm vielleicht auch etwas die Zeit zum Abschalten fehlt. Auch er selbst schrieb schon oft, dass ihm ziemlich die Energie fehlt.

Was wird das, wenn „Buschi TV“ mehrmals die Woche läuft, seine Facebook-Fans auf neue Beiträge warten und er zudem auch vor dem Mikrofon sitzt?

Irgendwann wird es zu viel, dass kenne ich aus eigener Erfahrung. Ein wichtiger Punkt ist zudem das Privatleben, seine Familie.

Man kann den Zuschauern alles bieten wollen, darf aber auch sich selbst nicht vergessen. In diesem Fall ist weniger sicherlich mehr.

Natürlich wird der Druck durch die vielen Diskussionen auf seiner Seite, die Fan-Zahlen, der Hype um seine Person, die guten Job-Angebote nicht weniger.

Er wird das sicherlich genießen, vielleicht manchmal auch ziemlich geil finden, trotz allem ist das alles Stress und Druck, denn er „muss“ in Zukunft abliefern.

Ich hoffe einfach, „dass“ er, wenn ein gewisser Punkt erreicht ist, auch zurückschaltet, denn lange kann man dieses Pensum nicht durchhalten, auch wenn er das vielleicht nicht glauben mag.

„Buschi“ ist ein Gewinn für die Medienbranche!

Was Frank Buschmann mit seinem Content in den letzten Monaten aufgefahren hat, ist besser als das, was Sport1, RTL, Sat1, Sky und wie sie alle heißen, jemals auf die Beine gestellt haben.

So exklusiv, so intensiv, so authentisch.

Vielleicht sehen auch die Verantwortlichen der Sender so langsam, welches Potenzial „Social Media“ hat, wenn man es richtig nutzt. Die Sender brauchen in Zukunft vor allem eines: Eier!

Habt Mut, versucht neue Dinge, winkt nicht alles ab, sondern beschäftigt euch damit.

Es gibt mittlerweile auch positive Beispiele bei den Sendern:

  • Zu nennen ist u.a. die „ranON-Show, die „auf“ dem Sender, aber vor allem auch über „Twitter“ einen sehr guten Job macht.
  • Sehr gut ist auch Sky mit der Twitter-Kommunikation zur Formel 1. – #f1sky
  • Auch Sport1 macht mit der Kommunikation zum „Doppelpass“  (#dopa) auf „Twitter“ einen überragenden Job.

Perfekt ist noch nichts, aber zumindest versuchen einige Sender „Social Media“ für sich zu nutzen, Diskussionen anzuregen und dem Zuschauer neben dem eigentlichen „TV-Format“ oder der „Live-Berichterstattung“ einen exklusiven Zusatz zu bieten.

Der „Second Screen“ wird immer wichtiger, dass sollte so langsam bei „jedem“ Verantwortlichen angekommen sein.

Guter Typ

Frank Buschmann hat in den letzten Monaten vieles richtig gemacht, Mut bewiesen und gezeigt, was Zuschauer, was Menschen, aber auch gute Social Media Arbeit bewirken kann.

Ich wünsche mir nur eines: Behalte deinen Charme!

Du bist bekloppt, aber genau das mögen wir und zeichnet dich als „Typen“ aus!

Die Leute lieben den Wackelkamera/Schwenk/Buschmann.

Bleib so auch in Zukunft, aber übertreib es nicht mit zu viel Content, zu viel Hochglanz oder zu viel Beklopptheit.

Geschrieben von Florian Hellmuth

5 Kommentare

  1. Danke für den Beitrag.

    Frank Buschmann versteht es, Social Media für sich zu nutzen.

    Ärgerlich ist allerdings sein Twitter-Account, der nur als „Linkschleuder“ seiner Facebook-Postings missbraucht wird. Das lässt sich besser lösen.

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  2. Ja, die Trennung zwischen Facebook/Twitter hat er noch nicht so richtig verstanden. Wenn Twitter-Nutzer eines nicht mögen, sind es „Facebook“-Verlinkungen.

    Aber das wird sicherlich auch noch werden.

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  3. Wenn man sich längerfristig engagieren will, hilft es immer, wenn einem die entsprechende Aufgabe Freude macht. Egal ob man den Garten aufräumen oder Gitarre lernen will. Ich weiss nicht wie es in Frank Buschmanns Garten oder mit seiner Musikalität aussieht, aber er redet definitiv gerne über Sport. Das macht das Microblogging auf Facebook zu einem idealen Medium für ihn. Sobald es etwas neues in der weiten Welt des Sports gibt (also quasi immer), kann er seine Meinung loswerden, wodurch in der Regel eine Diskussion mit rund 100 Kommentaren losgetreten wird. Das führt dazu, dass problemlos alle paar Tage ein Post veröffentlicht werden kann, zu Höhepunkten wie dem Superbowl oder der Dart-Weltmeisterschaft auch mal ein halbes Dutzend am Tag. Diese hohe Frequenz führt unter anderem dazu, dass sich der virale Effekt auf Facebook verstärkt. Mehr Posts ergeben mehr Likes und Kommentare, wodurch sich auch seine Präsens im Activity Stream von Freunden von Usern erhöht.

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