Die Ruhe vor dem „Pep“-Sturm – Wo ist die angezogene Handbremse, wenn man sie braucht?

Wie gut spricht er Deutsch, was hat er zu sagen und vor allem – „Wann“ landet er? Ab morgen beginnt sie, die Pep-Hysterie! Alle Sender wollen davon profitieren, sogar RTL sicherte sich vor kurzem noch schnell die Rechte am Audi-Cup – Aber ist das alles gerechtfertigt?

Mehrmaliger spanischer Meister, Pokalsieger, Champions League Sieger – Pep Guardiola hat mit dem FC Barcelona alles erreicht, was man mit einer Klubmannschaft erreichen kann. Die Bezeichnung „Erfolg“ passt einfach zu Pep Guadiola. Vielleicht passt er auch deshalb so gut zum FC Bayern, die auch nach dem Triple weiterhin hungrig auf Erfolg sind.

Nach der unglaublichen Saison 2012/2013 unter Jupp Heynckes gibt es eigentlich keine Möglichkeiten mehr für Verbesserungen. Man hat alles erreicht, was man erreichen konnte. Auch deshalb wird es für Guadiola sehr schwer, in die Fußstapfen von Jupp Heynckes zu treten. Ein Ziel wäre natürlich die Verteidigung des Champions League Titels, was bisher keinem Verein gelungen ist, nicht einmal Pep Guadiola mit dem FC Barcelona.

Vor dem morgigen Tag ist aber trotz allem eines Fakt: Guardiola hat mit dem FC Bayern noch nichts erreicht. Vielleicht wird er ähnlich erfolgreich wie Heynckes, vielleicht aber auch nicht? Nur weil Pep Guadiola auf der Bank des FC Bayern sitzt, ist es kein Beleg für Erfolg. Diesen muss man sich verdienen, erarbeiten, erkämpfen. Guardiola war bisher nur Trainer in Barcelona. Mit dieser Mannschaft große Erfolge zu holen war sicherlich kein Kinderspiel, aber auch keine Meisterleistung. In Deutschland wartet eine ganz andere Herausforderung, viele neue Facetten, Sprache, Traditionen.

Für Guardiola ist es eine Möglichkeit zu beweisen, dass er eben nicht nur der Trainer ist, der mit dem FC Barcelona alles in Grund und Boden gespielt hat, sondern auch im Ausland erfolgreich sein kann.

Wir müssen nicht darüber sprechen, dass Guardiola ein großer Gewinn für die Bundesliga ist. Es ist aber eigentlich auch keine große Sache, denn wir stellen den aktuellen Champions League Sieger, hatten mit dem BVB einen zweiten deutschen Verein im Finale und sind mit der Nationalmannschaft zwar in den letzten Jahren titellos, dennoch sehr erfolgreich. Es gibt keinen Grund uns kleiner zu machen als wir sind. In Deutschland wird tolle Arbeit geleistet und das mit weniger Geld. Die deutschen Vereine geben nur Geld aus, welches sie haben, verschulden sich nicht. Außerdem sind unsere Stadien voll und sorgen Woche für Woche für unglaubliche Momente.

Ich sage: Es ist keine Überraschung, dass Guardiola zum FCB kommt – Es wäre eine Überraschung, wenn er es nicht tun würde.

Natürlich darf Pep Guardiola ab morgen gefeiert und freundlich empfangen werden, aber er muss uns beweisen, dass er so gut ist, wie sein Ruf. Trotz aller Aufmerksamkeit ist er nur ein Mensch, ein Trainer.

Für die Sender sollte es dennoch wichtig sein, durch die ganze Pep-Hysterie auch den Blick, auf die anderen Vereine nicht zu verlieren. Die Bundesliga lebt nicht nur von Pep Guardiola und dem FC Bayern, sondern vor allem von einer starken Liga, auch wenn die Bayern in der letzten Saison überzeugender Meister geworden sind. Am Ende leidet aber auch das Image der Sender, denn wer nur den FCB abfeiert und über ihn berichtet wird, dann gibts haue von allen, die eben nicht Fan der Bayern sind.

Quote ist nicht alles, wenn es um Glaubwürdigkeit, aber auch um journalistische Unabhängigkeit geht.

Geschrieben von Florian Hellmuth

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