Mein Artikel des Jahres – DWDL: „Schwer erträglich: Wo ist bloß der Respekt geblieben?“ + Einige Gedanken zum Free-TV!

Die Fernsehbranche hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Erst kamen die Gerichtsshows, danach die Castingsshows und nun Scripted Reality. Qualität ist nicht mehr wichtig, nur billig und erfolgreich muss es sein. 

Wie definiert man Qualitätsfernsehen? Für jeden TV-Zuschauer ist diese Definition sicherlich Subjektiv. Für mich sind viele Formate im privaten Free-TV nur noch unzumutbar, weshalb ich vor allem RTL, Sat.1 und RTL 2 so gut wie überhaupt nicht mehr einschalte. Unterhaltung definiert sich für einige Fernsehmacher scheinbar nur noch, wenn es einen hohen Fremdschämfaktor gibt.

Es ist eigentlich traurig, aber die Quoten geben vielen Formaten nicht unrecht, selbst wenn es Zuschauer gibt, die sich entsprechende Produktionen nur anschauen, um sich über die Protagonisten lustig zu machen. Was geht einem Zuschauer bei einem Format wie „Schwer verliebt“ durch den Kopf?

Alexander Krei von „DWDL“ hat sich am 3. Dezember in einem sehr guten, sehr menschlichen Artikel mit dem Format, aber auch dessen Wirkung beschäftigt.

www.dwdl.de/zahlenzentrale/38635/schwer_ertraeglich_wo_ist_bloss_der_respekt_geblieben/

Viel mehr bleibt zu diesem Format, aber auch zu diesem Thema nicht zu schreiben. Danke Alex für Worte, die viele denken, aber kaum jemand traut auszusprechen!

Es ist kein Wunder, dass es immer mehr TV-Zuschauer ins Pay-TV zieht, wo es diese Formate eben nicht gibt. Auch das Pay-TV ist nicht perfekt, aber es ist eine niveauvolle Abwechslung vom Free-TV, zumal es mittlerweile viele Facetten besitzt. Von Sport über Filme, zu Shows und Dokumentationen. Gute Serien etablieren sich im Pay-TV und werden immer beliebter. Die Quoten der Serien-Sender beweisen das.

Für mich ist das Free-TV fast gestorben. Außer ein paar Filmen und Serien, sowie wenigen Shows und Sport, verzichte ich vollkommen auf entsprechende Sender und schaue lieber eine gute Serie in der 13th Street, auf Sky Atlantic HD oder einen Film bei MGM, TNT Film oder Sky Cinema HD.

Scheinbar geht es nicht nur mir so, ich lese und höre von vielen Leuten, die sich über das immer schlechter werdende Free-TV beschweren und sich ein Pay-TV Abo zulegen.

Persönlich finde ich diesen Trend gut, da die Leute bereit sind für eine gewisse Qualität zu zahlen. Die „Ich will alles, aber umsonst“ Mentalität gibt es nicht mehr so richtig und das spricht nicht nur für das Pay-TV, sondern auch generell für die Fernseh-Zuschauer.

Die Quoten im Free-TV gehen zum Teil zurück, was man u.a. bei den Formaten „Deutschland sucht den Superstar“ oder dem „Supertalent“ sieht. Es ist nur ein kleiner Erfolg, aber man sollte ihn zumindest registrieren. Auch einige Scripted Reality Formate haben es mittlerweile schwerer, auch das spricht für die Zuschauer. Dennoch setzen die Sender weiterhin auf entsprechende Formate, vielleicht auch, weil sie kaum Mut oder Geld haben sinnvolle und unterhaltsame Formate zu produzieren.

Schaut man auf aktuelle Show-Formate, dann werden nur noch Sendungen aus dem Ausland abgekupfert – Eigene Ideen gibt es kaum noch. Kein Mut, kein Geld, keine Qualität.

Von daher ist es kein Wunder, dass die Quoten bei vielen großen Shows sinken.

Zurecht gewann Sat.1 den „Super Günther“ als Sender des Jahres bei DWDL – Neben vielen billigen Kopien von RTL-Formaten und weiterem Trash-Content ist das Image des Senders knapp drei Zentimeter vor dem Gefrierpunkt anzusiedeln. Sat.1 stand mal für Qualität, für Shows, für gute Filme, für Serien. Mittlerweile sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst und ein billiger RTL-Klon.

Was will Sat.1 sein? Aktuell weiß das wohl niemand so richtig. Es kommt aber auch einfach keine Ruhe in den Sender, wie auch, wenn fast jährlich der Geschäftsführer wechselt.

Die Entwicklung des Free-TVs, vor allem von RTL, Sat.1 und RTL 2 finde ich erschreckend, ob sich dieser Trend in den nächsten Jahren ändert oder es doch noch verbessert wird man sehen. So lange Formate wie „Schwiegertochter gesucht“, „Bauer sucht Frau“, „Mitten im Leben“ oder „Berlin Tag & Nacht“ gute Quoten holen, wird sich dies wohl nicht ändern.

Wenn diese Formate die Zukunft sind, dann werde ich wohl irgendwann ganz auf das Free-TV verzichten.

Geschrieben von Florian Hellmuth

Ein Kommentar

  1. Vielleicht ein kleiner Nachtrag:

    Gemeint mit „Free-TV“ sind größtenteils die „Privaten“

    Bei den ÖR ist zwar auch nicht alles toll und es gibt viel zu kritisieren, dennoch haben sie noch ein ganz anderes Niveau.

    Positiv möchte ich hier übrigens die Drittsender der ÖR wie ZDFinfo, EinsPlus, ZDFkultur, EinsFestival und ZDF Neo nennen.

    Formate wie die „heute-Show“ im ZDF stehen für Qualität.

    Bei den ÖR stören mich persönlich vor allem die vielen Talkshows mit den immer gleichen Gästen und alten Geschichten.

    Wobei ich für mich sagen muss, dass vieles im Programm, vor allem von ARD/ZDF nicht meinen Geschmack trifft, aber das diese Sender für „jüngere“ Generationen nicht so viel bieten, ist ja kein Geheimnis.

    Von daher ist mein ÖR-Konsum relativ gering, was nicht heißt, dass man schlechtes Programm macht.

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