Der Blog am Sonntag – 25. November – 2012 – Eine Saison wie sie spannender nicht hätte sein können!

Vor dem heutigen Formel 1 Showdown in Sao Paulo hat sich Markus Krecker ausführlich mit der abgelaufenen Saison, dem Karriereende von Michael Schumacher, sowie der aktuellen Sky-Berichterstattung beschäftigt.

Alleine die Tatsache, dass mit Michael Schumacher (7 Titel), Fernando Alonso (2 Titel), Sebastian Vettel (2 Titel), Jenson Button (1 Titel) & Lewis Hamilton (1 Titel) sowie F1 Rückkehrer Kimi Raikkönen (1 Titel) gleich sechs Weltmeister an den Start der diesjährigen Formen 1 Saison gehen sollten, sorgte für allerhand Spannung schon vor Beginn der F1 Saison 2012, die am 16. März im australischen Melbourne beginnen sollte. Und eines vorweg sie sollte spannungsmäßig auch das halten, was sie auf dem Zettel versprach.

Die Formel 1 Saison 2012

Jene Saison 2012 wird wohl oder Übel aber auch als die hässlichste Saison aller Zeiten in die Geschichtsbücher der Formel 1 eingehen. Grund: Eine Regeländerung, die verhindern sollte, dass bei einem Frontalzusammenstoss sich die Nasen zweier Autos ineinander verkeilen, sorgte dafür, dass es zu den sagen wir mal unschönen Höckernasen kam. Lediglich Mclaren sowie Marussia haben in dieser Hinsicht Oberhand gewaltet und die Nasen ihrer Autos etwas tiefer gelegt, wodurch auf die unschönen Entenschnabelähnlichen Höcker, wie sie Michael Schumacher vor Saisonbeginn bezeichnete, verzichtet werden konnte.

Nach zwei Fahrertiteln für Sebastian Vettel in den Jahren 2010 & 11 wollte der Heppenheimer natürlich Titel drei und damit den Hattrick wie man im Fachchargon so schön sagt erreichen. Und im Vorfeld der Saison war natürlich klar, dass Red Bull wieder das Team sein wird, das es zu schlagen galt.

Doch in Down Under konnte die Konkurrenz ein wenig aufatmen, denn es wurde deutlich, dass Red Bull nicht mehr das ganz so haushoch überlegene Team war, wie noch Größtenteils 2011.

Auch Mercedes konnte in den ersten Rennen auf sich aufmerksam machen. So gelang Michael mit Startplatz vier in Down Under sein bis dato bestes Qualifyingergebnis seit dem Comeback und Nico Rosberg war es, dem beim vierten Saisonlauf in China der lang ersehnte erste Mercedessieg seit 1955 gelang. Lange Zeit sah es sogar nach einem souveränen Doppelsieg der Stuttgarter Truppe aus. Allerdings sollte ein verpatzter Boxenstopp (Radmutter nicht richtig befestigt), den sicher geglaubten zweiten Platz des Rekordweltmeisters zunichte machen. Grundsätzlich war es für Schumacher ein Saisonstart verfolgt von Pleiten, Pech & Pannen.

In Australien stoppte ihn ein Getriebeproblem und auch Teamkollege Rosberg sollte mit Platz 12 ohne Punkte die Anreise zum zweiten Saisonrennen nach Malaysia antreten. Zumindest ein Mercedes befeuertes Fahrzeug mit Jenson Button im McLaren heimste jedoch den ersten Saisonsieg vor Sebastian Vettel & Lewis Hamilton ein

Im zweiten Saisonwochenende in Kuala Lumpur konnte Michael den W03 sogar auf Platz drei in der Startaufstellung stellen. Lediglich das McLaren Duo in Persona Lewis Hamilton vor Jenson Button konnte sich vor das Mercedes Werksauto mit der Nummer Sieben stellen. Weltmeister Sebastian Vettel ging gar „nur“ von Platz Sechs ins Rennen.

Das tropisch heiße Klima sorgte am Rennsonntag dafür, dass das Rennen unterbrochen werden musste. Am Ende siegte Fernando Alonso, obwohl der Ferrari zu Saisonbeginn alles andere als Konkurrenzfähig war, vor Überraschungsmann Sergio Perez im Sauber und Lewis Hamilton. Vettel musste sich mit Platz zwölf zufrieden geben und Rekordweltmeister Schumacher heimste noch ein Pünktchen mit Platz zehn ein. Dennoch wurde erneut deutlich, dass Mercedes immer noch mit den zu schnell abbauenden Pirelli Pneus zu kämpfen hatte. Ein Problem, dass man bis heute hat und eines welches Teamchef Ross Brawn sicherlich schon die ein oder andere Sorgenfalte beschert hat.

Doch in China dann das Wunder in Silber. Nachdem hervorragenden Dritten Startplatz von Schumacher zuletzt in Malaysia sollte das ganze nochmals getobt werden. Konkret bedeutete dies die Plätze eins für Rosberg und zwei für Schumacher. Das Mercedes Duo konnten die Plätze eins und zwei sogar im Rennen halten, bis zu jenem missglückten Boxenstopp, als ausgerechnet bei Michael auf Platz zwei liegend die Radmutter nicht richtig befestigt wurde und er das Rennen auf Podiumskurs vorzeitig beenden musste. Währendessen jubelte Teamkollege Rosberg vor Lewis Hamilton und Jenson Button. Vettel beendete indes den Grand Prix erneut nur auf Platz fünf.

Es folgte der Ausflug in den Wüstenstaat Bahrain, jenem Rennen das noch ein Jahr zuvor wegen politischen Unruhen abgesagt werden musste. Zwar gab es diese Unruhen noch immer, dennoch sah man in diesem Jahr keinen Grund den Grand Prix erneut absagen zu müssen.

Diesmal sicherte sich Sebastian Vettel die Pole und konnte tags drauf diese auch in einen Rennsieg ummünzen vor dem erstaunlich starken Lotus Duo Kimi Raikkönen und Romain Grosjean. Nico Rosberg beendete das Rennen auf Platz fünf. Schumacher wurde zehnter, nachdem dieser durch Probleme mit dem verstellbaren Heckflügel und wegen eines Getriebewechselns nur von Platz 22 ins Rennen ging.

Sebastian Vettel reiste somit als neuer Meisterschaftsführender an den Circuit de Catalunya. Im Qualifying ereilte Lewis Hamilton derselbe Fauxpas, den auch Vettel später in Abu Dhabi ereilen sollte. Er rollte mit Benzingmangel nach seiner Bestzeit in Quali-Segment Drei aus. Folge er wurde auf den letzten Platz Strafversetzt. Nutznießer war kein geringer als Pastor Maldonado, der den Williams eindrucksvoll, aber ebenso überraschend auf die Pole fuhr. Gefolgt von Lokalmatador Fernando Alonso & Grosjean. Vettel landete auf Platz sieben, gefolgt von Rekordweltmeister Schumacher und Kobayashi, die alle in Quali Drei keine gezeitete Runde fuhren.

Der Venezolaner konnte sehr zur Freude von Sir Frank Willliams das Qualifyingergebnis auch mit dem Rennsieg krönen vor Fernando Alonso und Kimi Raikkönen im Lotus. Vettel wurde Sechster, Nico Rosberg Siebter und Lewis Hamilton landete auf der Acht. Michael Schumacher musste nach einem Unfall mit Bruno Senna das Rennen vorzeitig beenden. Ein sehr bitterer Zwischenfall, wie sich wenig später herausstellte. Die Stewarts bestraften den Siebenmaligen Weltmeister für dieses Vergehen nämlich mit einer plus Fünf fürs nächste Rennen im monegassischen Fürstentum. Einer Strecke, die bekanntlich jeden noch so kleinen Fahrfehler knallhart bestraft und auf der folglich jede Position, die man weiter vorne starten kann Gold wert ist. Denn in Monaco gilt höchste Crashgefahr.

Vor dem Klassiker im Fürstentum hatten beide (Alonso / Vettel) 61 Punkte auf dem Konto. Dahinter im Schlepptau Lewis Hamilton mit 53 und Kimi Rakkönen mit 49 Punkten.

Die Bestrafung aus Spanien sollte am Qualifyingsamstag umso bitterer für Michael ausfallen, denn ausgerechnet er fuhr auf dieser fahrerisch so anspruchsvollen Strecke auf Pole Position, die 69. seiner eindrucksvollen Karriere und war somit the Master of Monaco. Damit untermauerte er wieder einmal mehr seine definitive Daseinberechtigung in der F1, nachdem es wegen des ausbleibenden Erfolges immer wieder Kritik von außen gab. So war beispielsweise sogar vom „Rennopa die Rede“. Michael ließen solche Sprüche, die größtenteils von früheren Gegnern kamen, die gegen den Kerpener „alt“ aussahen aber kalt und gab, sofern es das Auto zuließ auf der Strecke die Antwort und prompt verstummten die Kritiker.

Es half alles nichts: Durch die Bestrafung musste er fünf Plätze zurück und verlor somit die Pole Position an Marc Webber, der tags drauf auch das Rennen gewinnen sollte. In Monaco ist die Pole die halbe Niete. Jetzt könnte man natürlich unken und sagen, wenn es Michael gewesen wäre, der von der eindrucksvoll herausgefahrenen Pole hätte starten dürfen, dann hätte er den Renntag auch mit dem 92. Sieg zelebrieren können.

Allerdings hat der W03 wie leider so oft in der ersten Saisonhälfte, in der das Auto durchaus noch Konkurrenzfähig war, ausgerechnet bei Michael wieder einmal mehr den Geist aufgegeben. Somit verließ er das Fürstentum zwar punktlos, aber dennoch mit der Gewissheit reicher, es immer noch drauf zu haben, woran zwar noch nie Zweifel bestand, aber es ist dennoch schön den Kritikern Contra zu geben.

Nico Rosberg beendete das Rennen quasi vor seiner Haustür auf Platz zwei vor Fernando Alonso.

Dieser Übernahm dadurch die WM Spitze mit drei Pünktchen Vorsprung auf Sebastian Vettel

In Rennen Sieben sollte es zu einem absoluten Klassiker gehen. Auf den Circuit Gille Villeneuve.

Vettel war erneut der Polesetter dort. Vor Alonso & Lewis Hamilton. Also im Grunde die ersten Drei der Weltmeisterschaft auf den ersten drei Plätzen. Als im Rennen jedoch die Reifen des Deutschen und die des Spaniers abbauten, nutzte Hamilton auf frischen Pneus die Gunst der Stunde und übernahm die Rennführung. Der Brite feierte letztendlich den Sieg vor Grosjean und Perez. Vettel landete auf Platz vier, Alonso auf fünf. Nico Rosberg sammelte mit Platz sechs wertvolle Punkte. Schumacher wurde Neunter.

Nun war Lewis Hamilton neuer Spitzenreiter, vor Fernando Alonso und Sebastian Vettel. Nico Rosberg hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon beachtliche 67 Zähler auf dem Punktekonto, da er die ersten sieben Rennen allesamt in den Punkten beendete.

Der Spanier wollte jedoch den Spieß bereits beim nächsten Auftritt der Formel 1 Elite auf spanischem Boden umdrehen. Doch es war erneut Sebastian Vettel, der den RB8 in Valencia auf die Pole stellte. Vor Lewis Hamilton und Pastor Maldonado, der erneut im Williams eine beachtliche Qualifyingleistung zeigte. Fernando Alonso landete nur auf Platz elf. Dahinter reihte sich direkt Michael Schumacher ein. Doch es sollte uns ein turbulenter Grand Prix bevorstehen.

Als es im Rennen zu einer SC- Phase kam, rollte der Zweimalige Weltmeister Vettel plötzlich aus. Die Lichtmaschine seines Red Bulls hatte sich verabschiedet, ein Teil des Red Bull, respektive Renault noch so einige Sorgenfalten ins Gesicht zaubern sollte. Alonso siegte nach einer furiosen Aufholjagd und auch Michael konnte sich aus allen Vorkommnissen heraushalten und fuhr eindrucksvoll von Platz zwölf kommend den W03 als Dritter erstmals seit dem Comeback aufs Podium. Eine enorme Erleichterung fiel dem Kerpener spürbar von den Schultern, war es doch die längste Podiumslose Phase seiner Karriere. Nachdem er ein Jahr zuvor in Kanada schon so nahe dran war, sich aber dann den herankommenden Webber & Button, die ihn Dank DRS überholten, doch noch geschlagen geben musste. Aber nun war es endlich so weit: Nach den ganzen größtenteils unverschuldeten Zwischenfällen (fünf Ausfälle in den ersten Sieben Rennen), durfte Schumacher endlich wieder mit Champagner spritzen und ein Podiumspokal in den spanischen Himmel regen.

Alonso baute durch den Rennsieg seine WM-Führung auf nunmehr 111 Punkte aus, gefolgt vom Australier Marc Webber und Lewis Hamilton, der durch seinen Ausfall auf WM Rang drei rutschte. Vettel manövrierte es gar auf Platz vier in der Fahrerwertung.

Nun sollte es auf britischen Boden gehen. Ebenso ebenbürtig wie berüchtigt, ist die Strecke in Silverstone! Der Kurs ist bereits seit Kindheitstagen im Kalender der F1 und eine enorme Bereicherung in selbigem. Nicht nur das unbeständige, nasskalte englische Wetter, sorgte schon des Öfteren für spannende Rennen, auch die Strecke ist nicht von schlechten Eltern und neben dem Kurs in den Ardennen von Spa-Francochamps eine echte Bereicherung. Gerade wo doch immer mehr Strecken auf europäischem Boden aus dem Kalender fallen und durch neu errichtete Kurse, etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain oder dem asiatischen Raum ersetzt werden. Dabei wird vergessen, dass die F1 gerade in Kontinentaleuropa mitunter am Meisten Fans hat. Oder die Strecken einfach die enorm teueren Ausrichtungsgelder, die Bernie Ecclestone den Streckenbetreibern abverlangt nicht mehr zahlen können. Stichwort Nürburgring! Und auch Hockenheim kommt mit der F1 nicht wirklich auf einen grünen Zweig, da die Ausrichtungsgelder einfach zu hoch angesetzt sind und durch die ohnehin schon überteuerten F1 Ticketpreisen nicht auch nur annähernd wieder gewinnbringend reingeholt werden können. So wird es wohl leider über kurz oder lang immer weniger Strecken im F1 Kalender auf europäischem Boden geben.

Anders verhält es sich z. B. mit den USA. Für viele der in der F1 antretenden Werksteams wie beispielsweise Mercedes, ist der US amerikanische Markr mitunter am effektivsten. Dort machen sie mit am Meisten Umsatz. Wohingegen gerade in Ländern wie dem Inselstaat Bahrain, wo die Menschen im Grunde andere Probleme haben als die F1 bzw. kaum Fans vorhanden sind und falls doch, dann hapert es am mangelnden Geld, um sich eines der teuren Tickets leisten zu können. Nach dem kleiner Exkurs, nun zurück zum Renngeschehen. Fernando Alonso reiste also als WM-Führender auf die Insel

Und das englische Wetter sollte wieder einmal seinem Ruf alle Ehren bereiten, denn es schüttete im Qualifying wie aus Eimern. Doch der Spanier war erneut zur Stelle und so sicherte sich der Ferrari Pilot im strömenden Regen die Qualifyingbestzeit in 1:51.746 vor Marc Webber. Und wo Regen ist, ist auch der als Regengott bekannte Schumacher nicht weit und so fuhr er den W03 auf Position Drei in der Startaufstellung vor Sebastian Vettel. Lewis Hamilton stellte vor heimischem Publikum seinen McLaren wiederum nur auf Platz Acht.

Am Renntag dann von Regen keine Spur mehr. Allerdings war es nicht Alonso, der sich den Rennsieg sicherte, sondern Marc Webber. Vettel wurde Dritter und eroberte sich dadurch wieder WM Rang Drei zurück. Michael beendete das Rennen auf einem Siebten Platz.

Nun zog der Formel 1 Tross von der Insel weiter nach Deutschland ins badische Motodrom zu Hockenheim.

Auch in Deutschland regnete es im Qualifying und auch in Deutschland sicherte sich Alonso die Pole vor dem Red Bull Duo Vettel & Webber und Michael Schumacher, der mit Platz vier erneut im Regennassen Qualifying brillierte.

Der nächste Saisonsieg war am nächsten Tag für Alonso in trockenen Tüchern, denn auch hier regnete es am Rennsonntag nicht. Außerdem hatte er sicherlich ein kleines Lächeln auf den Lippen, nachdem Hauptkonkurrent Vettel, der Button um Platz zwei kämpfend überholte, von der Rennleitung eine 20-Sekunden Strafe aufgebrummt bekam, da er dies außerhalb der Strecke tat und der Heppenheimer so seinen zweiten Platz verlor und auf den fünften zurückfiel. Michael wurde erneut Siebter. Die Positionen der weiteren Deutschen: Nico Hülkenberg landete auf der Neun, Rosberg auf der Zehn und Timo Glock beendete das Deutsche Heimspiel auf der 22.

Alonso baute derweil durch diesen Triumph am Hockenheimring, was gleichzeitig auch die Saisonhalbzeit darstellte seinen Punktevorsprung auf 154 Zähler aus. Vor dem Australier Webber & dessen Teamkollege Vettel, der nun 110 Punkte auf seiner Habenseite hatte.

Nach einer kleinen Durststrecke, war es einmal mehr Hamilton der die Pole auf dem Hungaroring einfuhr. Grosjean belegte den zweiten Startplatz. Während Vettel seinen Bullen auf Platz Drei fuhr, war es für Webber ein schwarzer Tag & auch Alonso von Platz Fünf kommend, sollte wohl ein recht schwieriges Rennen vor sich haben. Noch Schlimmer lief es derweil für beide Mercedes Jungs, die den Einzug ins Q3 verpassten. Ein Bild, was sich in der zweiten Saisonhälfte leider häufen sollte.

Hamilton war an jenem 29. Juli jedoch nicht zu schlagen. Die Lotus Jungs Kimi Raikkönen und Romain Grosjean sorgten mit einem Doppelpodium dahinter für strahlende Gesichter im Lotus Lager. Vettel & Alonso kamen auf den Plätzen Vier & Fünf ins Ziel. Damit sicherte sich der Heppenheimer wieder Platz Zwei in der Fahrerwertung

Die F1 verabschiedete sich nun in die kleine Sommerpause, ehe es Ende August in die Adenen ins Wohnzimmer von Michael Schumacher ging. Dort fuhr er 1991 seinen ersten Grand Prix für Jordan. Ein Jahr später feierte er an selber Stelle seinen ersten Sieg. Im letzten Jahr zelebrierte er dort sein 20 – jähriges Formel 1 Jubiläum und fuhr in jenem Rennen eindruckvoll vom letzten auf den fünften Platz und an eben jener Stelle, wie soll es anders sein, fuhr er in diesem Jahr sein 300. Rennen. Extra für dieses spezielle Event, wurde eine Platinlackierung seines sonst Feuerroten Helmes angefertigt.

Aber auch auf dem belgischen Traditionskurs schafften es beide Mercedes nicht in die Top Ten. Michael pilotierte den W03 auf Rang 13, Nico Rosberg schaffte es gar auf Platz elf. Allerdings musste der Wiesbadener aufgrund eines Getriebewechsels eine plus fünf in Kauf nehmen.

Vorne machten aber andere den Kampf um die Pole aus. So sollte Jenson Button sich seine erste Pole des Jahres holen. Vettel kam nur von Platz zehn.

Gleich am Start ging es heiß her. Es kam direkt zu einer Massenkollision worin auch WM Spitzenreiter Fernando Alonso unglücklich verwickelt wurde. Auslöser war „F1 Rambo“ Romain Grosjean, der in seinem Lotus abhob und nur wenige cm an Alonsos Kopf vorbei flog. Sofort wurden wieder die Bedenken laut und die Diskussionen über die Einführung eines Sicherheitskäfiges wurden wieder angeheizt. Ist doch der Kopf nach wie vor das meist ungeschützte Objekt an einem Open Wheeler. Auch wurden sofort wieder Erinnerungen wach, etwa an den schweren Unfall von Felipe Massa 2009 in Ungarn oder aber an eine ähnliche Situation zwischen Schumacher und Liuzzi in Abu Dhabi 2010. Da der Franzose nicht das erste Mal Auslöser eines solchen Zwischenfalles war, bestraften ihn die Stewarts daraufhin mit einer Rennsperre für das kommende Rennwochenende in Monza. Vorne konnte aber Button einen souveränen Start – Ziel Sieg feiern vor Sebastian Vettel. Schumacher beendete das runde Jubiläum auf seiner Lieblingstrecke, die er liebevoll als sein Wohnzimmer bezeichnet auf einem guten siebten Platz.

Bereits eine Woche später ging es auf die Highspeedstrecke im königlichen Park von Monza. Vor den Tifosis wollten natürlich beide Ferrari Piloten gut aussehen und Fernando den Ausfall zuletzt in Spa vergessen machen.

Doch diesmal stiehlt ausgerechnet Felipe Massa ihm die Show, der den Ferrari F 2012 auf Rang drei fuhr. Direkt hinter dem Mclaren Duo Lewis Hamilton und Jenson Button. Schumacher stellte den Mercedes indes auf einen guten fünften Startplatz und zog damit im Teaminternen Qualifying Duell gegen Rosberg mit 7:6 vorbei. Da der vor ihm liegende di Resta jedoch noch eine plus fünf wegen Getriebewechsels bekam, starte er sogar von Platz vier. Direkt vor Sebastian Vettel. Alonso verpatzte mehr oder weniger die Qualifikation und startete nur von P 10.

Hamilton siegte im Park vor einem sehr guten Perez. Alonso konnte sich Platz drei sichern und sich ins Geheim darüber freuen, dass WM Konkurrent Vettel erneut durch Versagen der Lichtmaschine ausfiel.

Und auch Schumacher konnte dort, wo er 2006 unmittelbar nach dem Italien Grand Prix seinen damaligen Rückritt verkündigte überzeugen und mit Platz sechs direkt vor Teamkollege Rosberg über die Ziellinie fahren.

Die WM Tabelle drehte sich wieder gewaltig. So hatte Fernando nun 179 Punkte auf dem Konto, Vettel hingegen wurde durch seinen Ausfall sowohl von Hamilton als auch Raikkönen überholt und belegte nur noch Rang vier.

Die Formel 1 verabschiedete sich also mit einem spannenden und unterhaltsamen Rennen von Europa und die „Asia Wochen“ standen auf dem Programm.

Im Nachtspektakel von Singpur schnappte sich erneut Hamilton die Pole und auch Pastor Maldonado konnte wieder mit Platz zwei im Williams auftrumpfen, vor Sebastian Vettel. Alonso ging derweil nur von Position fünf in den Großen Preis von Singapur. Michael Schumacher schaffte es mit Platz neun in die Top Ten und war damit wieder eine Position besser als Stallgefährte Nico Rosberg.

Im Rennen konnte Hamilton lange Zeit die Führung behaupten. Doch in Runde 23 schlich der McLaren Pilot nur noch langsam um den Kurs. Das Getriebe ging kaputt und der Brite musste seinen McLaren abstellen. So siegte Sebastian Vettel, vor Button und Fernando Alonso. Ein Rabenschwarzes Wochenende erwischte hingegen Michael Schumacher. Nach einem Auffahrunfall mit Jean Eric Vergne, schied der Rekordweltmeister aus. In drei Singapur Rennen war es bereits sein dritter Ausfall. Schumacher & Singapur passt einfach nicht zusammen. Vettel errang durch den Ausfall Hamiltons wieder Platz zwei in der Fahrerwertung.

Im Fahrerlager kursierte immer mehr das Gerücht, dass Mercedes den noch ohne Kontrakt dastehende Hamilton verpflichten könnte. Michael Schumacher wollte sich erst Anfang Oktober entscheiden ob und wie es mit ihm in der Formel 1 weitergeht. Mercedes führte derweil Gespräche mit Lews über eine Verpflichtung ab 2013 als Stammfahrer neben Nico Rosberg. Und wie wir alles wissen, sollte es genauso kommen. Die Bild veröffentlichte diesen Paukenschlag noch in der Nacht zum 28. September um 1:28 Uhr. Mercedes AMG verpflichtet für die kommenden drei Jahre Lewis Hamilton. Die Katze war also aus dem Sack!

In den darauf folgenden Tagen wurde viel spekuliert. Was macht Schumacher jetzt, etwa eine Verpflichtung bei Sauber stand im Raum. Doch Michael überlegte, wog die Pro und Contras ab und entschied sich dann im Vorfeld des Großen Preises von Japan seine Karriere ein zweites Mal zu beenden. Dieses Mal aber leider für immer und so verkündete er mit leicht weinenden Augen vor der versammelten Weltpresse, dass am Ende des Jahres Schluss ist als aktiver Pilot in der Formel1!

Auf der legendären Acht von Suzuka, sollten die japanischen Fans ein Widererstarktes Red Bull Team erleben. Beide Bullen sicherten sich die erste Startreihe (Vettel vor Webber). Kobayashi und Grosjean direkt dahinter. Alonso schaffte es im Ferrari gerade einmal auf Rang sechs. Es wurde deutlich, dass speziell Red Bull im letzten Saisondrittel Fortschritte machten und Ferrari den Speed des RB8 nicht mehr wirklich mitgehen konnte. Auch die Mercedes lieferten ein desolates Qualifing. Nico Rosberg musste sich mit Startplatz 13, Schumacher, der Aufgrund der Kollision mit Vergne in Singapur eine +10 verdonnert bekam sogar nur mit Startplatz 23 anfreunden.

Für Vettel war es ein unangefochtener Start-Ziel Sieg. Außerdem erwischte es im Rennen noch den Hauptkonkurrenten Fernando Alonso, der nach einer Berührung mit Raikkönen ausschied. Wohingegen Massa nach langer Durststrecke endlich mal wieder aufs Podium fahren konnte. Kobayashi komplettierte das Podest mit Platz drei. Die Sauber holten somit immer mehr Punkte auf das Mercedes AMG Team auf, die insbesondere in Saisonhälfte zwei mit dem Auto strauchelten und die gute Performance der ersten Rennen leider nicht mehr abrufen konnten. Die Reifenproblematik im Hause Mercedes spitzte sich immer mehr zu und auch sonst erwies sich der W03 immer wieder als ein rollendes Fragezeichen.

Vor dem Großen Preis von Südkorea waren es somit nur noch vier Pünktchen zwischen Alonso und Vettel.

Und auch in Südkorea war Red Bull das Team, was es zu schlagen galt. Diesmal aber in umgekehrter Reihenfolge.

Doch Webber ist bekanntlich ein schlechter Starter und so konnte Vettel gleich am Start das Ruder zu seinen Gunsten umreisen. Und nicht nur das, er übernahm nach dem Südkorea Grand Prix auch die Spitze in der Gesamtwertung mit 215 Punkten.

Nun ging die Reise weiter zum Buddh International Circuit zum Großen Preis von Indien. Und auch hier konnte Vettel die Dominanz des RB8 voll ausschöpfen. Konkret bedeute dies erneut Vettel vor Webber. Dahinter im Paarflug die beiden McLaren Jungs Hamilton und Button, gefolgt von den Ferraris von Alonso & Massa.

Am Sonntag war Vettel der Rennsieg wieder nicht zu nehmen. Doch der ärgste Konkurrent um die WM Krone wurde Zweiter.

Nun ging es in die Vereinigten Arabischen Emirate nach Abu Dhabi zum Rennen aus tausend und einer Nacht.

Dort sicherte sich mal ausnahmsweise mit Hamilton kein Red Bull Pilot die Pole. Vettel schaffte zwar in Q3 den RB8 auf die dritte Position zu stellen. Dann leistete sich das Team aber denselben Schnitzer wie das McLaren Team in Barcelona. Vettel rollte auf dem Weg in die Box aus. Allerdings, so besagen es die Regeln muss das Auto aus eigener Box zurück in den Parc Ferme gelangen und dabei muss das Auto eine Mindestmenge an Restsprit an Board haben.

In Interviews wollte man daraufhin versuchen die Sache herunterzuspielen. Die Stewarts ließen sich lange Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Doch wie es die Gerechtigkeit will, ereilte Vettel das gleiche Schicksal wie einst Lewis Hamilton in Spanien. Er musste also den Abu Dhabi Grand Prix aus der letzten Reihe in Angriff nehmen.

Des einen Leid ist des anderen Freud, musste sich Alonso wohl indirekt denken, als er spät abends den Paddock mit einem leichten Grinsen verließ.

Doch Vettel zeigte erneut die Dominanz, die ihm seine Abbey bietete. Allerdings auch dem Rennverlauf geschuldet, in dem es zu zwei Safety Car Phasen kam, konnte er sich bis auf Platz drei vorkämpfen. Sieger wurde jedoch Kimi Raikkönen, der in seiner Comebacksaison eine gute Leistung auf den Asphalt zauberte und lange Zeit sogar Chancen auf den WM Titel hatte. Alonsos Freude war also nur von kurzer Dauer. Zwar wurde der Spanier Zweiter, aber Vettel eben direkt hinter ihm Dritter.

Und so konnte der Deutsche seinen Punktevorsprung auf nunmehr 240 Zähler ausbauen.

Back in the USA hieß es dann zwei Wochen später auf der neuen Strecke in Austin Texas und die Trainings zeigten, dass die Piloten allerhand zu kämpfen hatten. Die Gripverhältnisse waren nämlich alles andere als gut. Zudem hatte es turn 19 verdammt in sich und verleitete zu Fehlern. Genauso wie Kurve 1, die die Piloten quasi im Blindflug bergauf ansteuerten und die somit eine gewisse Crashgefahr bürgte.

Und erneut wollte Vettel dem neuen Kurs seinen Stempel aufdrücken. Doch Hamilton schnappte ihm die Show. Beachtlich hingegen die Qualifying Performance von Michael Schumacher, der in Austin sein Zweitletztes Rennwochenende bestritt und den lahmenden Benz eindrucksvoll auf Position fünf stellte. Nachdem er noch zuletzt in Abu Dhabi lange Chancen auf Platz Sieben im Rennen hatte, ihn aber dann ein Plattfuss abstrus stoppte.

Im Rennen sollte die Mercedes dann aber wieder die bittere Realität einholen. Beide AMG Piloten beendeten den ersten Ausflug in die USA seit fünf Jahren, damals noch auf der legendären Strecke von Indianapolis punktlos.

Vorne hingegen fuhr Lewis Hamilton einen weiteren Sieg ein. Gefolgt von Vettel, der mit zehn Punkten Vorsprung auf Alonso bereits mit einem kleinen Matchball in die USA kam.

Der Showdown um die Weltmeisterschaft

So fällt die endgültige Entscheidung aber bisweilen erst heute Abend, wenn um exakt 17 Uhr die fünf Lichter ausspringen und sich 24 wilde Piloten ein allerletztes Mal für dieses Jahr in die 71 Rundenhatz begeben. Und was die ganze Sache noch viel spannender macht: Heute ist die Regenwahrscheinlichkeit sehr hoch. Polesetter Hamilton will sich mit einem guten Ergebnis von McLaren verabschieden. Schließlich sieht seine sportliche Zukunft bei Mercedes, zumindest in Jahr eins auf dem Papier nicht wirklich in Rosen gebettet aus. Dennoch geht es für ihn heute nur noch um einen Einzelerfolg. Das größte Augenmerk liegt an diesem Wochenende ganz Klar auf dem Showdown zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso. Der Spanier kommt zwar nur von Platz Acht und Vettel reicht selbst ein vierter Platz um sich die WM Krone zum Dritten Mal aufzusetzen.

Aber im Regenroulette von Sao Paulo ist alles möglich, denn wenn es in Brasilien regnet, dann schüttet es meist so richtig. Wer erinnert sich nicht noch an das Chaosrennen 2003 oder aber die Regenquali von vor zwei Jahren.

Und wer weiß vielleicht dreht sich das Blatt noch alla 2008, als Hamilton Massas Titelhoffnungen noch in der letzten Kurve vereitelten. Alles in allem hat Brasilien schon für so manch spannende WM Entscheidung gesorgt. Hoffentlich auch dieses Jahr wieder.

Das letzte Rennen einer Legende

Eines steht jedenfalls fest: Michael Schumacher wird heute Abend sein 308. und damit letztes F1 Rennen bestreiten. Er hat in Deutschland die Formel 1 erst so richtig populär gemacht. Als der Junge Kerpener Knirps 1991 in Spa für Jordan sein erstes Formel 1 Rennen bestritt, ahnte freilich noch niemand, welch eine Laufbahn er hinlegen würde. Er ist noch mit den ganz großen des Sports gefahren, wie Senna, Hill, Häkkinen und hat sich beinharte Duelle mit ihnen geliefert. Immer am Limit, hin und wieder auch darüber hinaus. Michael war stets einer, der die Möglichkeiten des Reglements voll ausnutze und sich dabei nicht immer Freunde machte.

1992 der erste Sieg erneut in Spa. 1994 der erste Titel für Benetton. Ein Jahr später gelang ihm das Kunstwerk ein zweites Mal. 1996 dann der Wechsel zu Ferrari. Die Roten waren damals alles andere als Konkurrenzfähig. Aber Michael, der oftmals über sein enormes technisches Verständnis gelobt wird, schaffte es mit der Kombination Ross Brawn und Jean Todt aus diesem Chaosverein eine Siegreiche Mannschaft zu formen. Nachdem er 97 durch den Villeneuve Rammstoß alle Titelhoffnungen begraben musste, 98 im Duell mit Häkkinen sich ebenfalls geschlagen geben musste, 99 bei seinem Unfall in Silverstone sich das Bein brach, gelang ihm 2000 den Dritten Weltmeistertitel und den Ersten für Ferrari einzufahren.

Vier weitere sollte er mit der Scuderia holen. 2005 kämpfte er mit stumpfen Waffen. Der F2005 war in Kombination mit den Bridgestone Reifen kein Siegfähiges Auto. Lediglich den Skandal GP mit nur den sechs Bridgestone bereiften Fahrzeugen, nachdem Michelin seinen Autos nahe gelegt hatte, auf den Grand Prix Start zu verzichten, konnte er in diesem Jahr gewinnen. Damals ging der Titel an einen gewissen Herrn aus Oviedo.

Ein Jahr später war Michael wieder mit von der Partie. Er lieferte sich in den Rennen beinharte Duelle mit Fernando Alonso. Dann stand der Große Preis von Italien an. Schumacher war durch den Sieg und Alonsos Ausfall wieder voll drin im WM Zug.

Doch das sollte zur Nebensache werden. Denn Ferrari verteilte direkt nach Fallen der Zielflagge Pressemitteilungen, wonach Michael am Ende der Saison 2006 zurücktreten werde. Als Nachfolger hatte die Scuderia bereits Kimi Raikkönen verpflichtet und Michael wollte Felipes Platz bei Ferrari nicht wegnehmen.

Es standen damals noch drei weitere Rennen auf dem Programm und Michael hatte seine Hand schon so gut wie am WM Pokal. Was gäbe es schöneres, als sich mit einem Achten Fahrertitel zu verabschieden. Doch leider kam es anders, wie wir alle wissen. In Suzuka verabschiedete sich das Ferrari Aggregat 17 Runden vor Schluss in Führung liegend und damit auch alle WM Hoffnungen Schumachers. Im letzten Rennen für Ferrari, welches er 2006 ebenfalls auf dem Autodromo Jose Carlos Pace fuhr, kämpfte er sich mit einem Reifenschaden kämpfend und dem damit verbundenen Zurückfallen im Feld doch noch auf einen vierten Platz und verabschiedete sich damit nur knapp am Podium und des achten Weltmeistertitels vorbei in die Rennrente.

Schumacher betonte damals immer wieder, dass dies für immer sei. Zwar juckte es ihn auch nach seiner aktiven Zeit noch immer. Er ist eben ein Petrolhead und hat einfach Benzin im Blut. Und sicherlich wird es ihn, den Ehrgeizigen Schumacher auch insgeheim gewurmt haben, dass ausgerechnet sein Nachfolger Kimi Raikkönen 2007 in „seinem“ Ferrari Weltmeister wurde. Doch Michael nutzte auch die neu gewonnene Zeit mit der Familie, die in den letzten Jahren sehr wohl zu kurz gekommen ist. Ein F1 Fahrer ist nun mal nahezu das ganze Jahr unterwegs und damals war auch noch der Testaufwand erheblich größer. So reiste Schumacher manchmal schon direkt nach den Rennen nach Maranello, um noch weitere Feinheiten am Ferrari zu verbessern.

Natürlich zeigte er sich in seiner Funktion als Ferrari Berater auch das ein oder andere Mal an der F1 Strecke.

Das Rennfahren konnte er jedoch nicht ganz sein lassen und fand seine Leidenschaft fürs Motorradfahren. Er ist ja bekennender Harley Davidson Fan. Aber das reicht einem Rennverrückten Schumacher natürlich nicht. Er suchte auch nach Ende seiner ersten F1 Karriere den Wettbewerb mit professionellen Motorradeinsätzen in der IDM. Anfangs mit gefälschten Namen, um die Identität zu wahren. Er wollte einfach seinen Spaß haben, unbemerkt vom Presserummel um seine Person.

Dieser Plan ging freilich schief. Selbstverständlich konnte Schumacher nicht lange unbemerkt seine Runden drehen, ohne von dem Publikum erkannt zu werden. Also wurde der Plan ad Acta gelegt und Michael fuhr offiziell als Michael Schumacher Rennen in der IDM.

2009 kam es dann in Ungarn zu diesem schlimmen Unfall von Felipe Massa im Ferrari. Auf der Suche nach schnellem Ersatz rief Ferrari Präsident Luca di Montezemolo natürlich sofort Michael in der Schweiz an, der sich auch sofort damit Einverstanden zeigte seinen Freunden bei Ferrari für die restlichen Rennen der Saison 2009 zu helfen und für den verunglückten Massa einzuspringen.

Also absolvierte er kurzerhand Tests im F2007. Doch dann der Schock. Michaels Nacken hielt einem F1 Einsatz nicht stand. Er hatte sich nämlich selbst bei einem schweren Motorradsturz Verletzungen zugezogen, die weit gravierender waren, als es die Öffentlichkeit damals wusste.

In einer Pressekonferenz musste Michael nach ärztlichem Anraten Ferrari schweren Herzens absagen. Man sah natürlich wie schwer ihm diese Absage fiel. Doch seine Nackenverletzung machte ein F1 Einsatz einfach unmöglich.

Wenige Wochen vor Weihnachten 2009, Button wurde gerade Weltmeister im Brawn GP, kamen Gerüchte auf, wonach Mercedes an einer Verpflichtung Michaels Schumachers interessiert sei. Und als das Comeback für die nächsten drei Jahren ab der Saison 2010 dann einen Tag vor Weihnachten verkündet wurde, stand die F1 Welt Kopf.

Das anvisierte Ziel von Schumacher & Mercedes war ganz Klar, die Weltmeisterschaft. Als deutsche Nationalmannschaft im Motorsport sollte dies 2010 jedoch nicht gelingen. Von Siegen war man weit entfernt, von Weltmeisterchancen konnte man gar nicht erst reden. Das Auto, der W01 war einfach zu schlecht und auch Michael musste sich nach drei Jahren Abstinenz erst wieder ans Formel 1 Business gewöhnen. Trotzdem schaffte er 2010 drei vierte Plätze.

2011 gab es auch einige Achtungserfolge. Hervorzuheben ist hier natürlich das Rennen in Kanada, als er nur um Haaresbreite am ersten Comebackpodium scheiterte. Dem Großen Preis von Belgien, als er in Spa sein 20-Jähriges F1 Jubiläum feierte und sich vom letzten Platz kommend mit einem starken fünften Platz selbst beschenkte.

Oder dem Großens Preis von Italien, wo es sich rundenlang mit Hamilton duellierte. Immer wenn es das Auto zuließ, war ein Schumacher da.

Auch in diesem Jahr sticht ganz klar die Polerunde von Monaco, auf diesem engen Stadtkurs, wo es so auf die fahrerischen Fähigkeiten ankommt und natürlich das erste Podiumsergebnis in Valencia mit Platz drei heraus. Leider war das Auto speziell in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr Konkurrenzfähig. Sowohl Rosberg als auch Schumacher haben in den letzten fünf bzw. sechs Rennen keine Punkte mehr holen können und vor dem Großen Preis von Brasilien, dem großen Saisonfinale heute Abend, müssen die Mannen aus Stuttgart sogar noch um Platz fünf in der Konstrukteurswertung zittern.

Doch Regen ist nicht auszuschließen und sogar recht wahrscheinlich. Die Frage ist nur, ob es nur vor dem Rennen regnet oder auch während. Dies könnte Michael, der auch in den letzten drei Jahren des Öfteren seine Regenklasse beweisen konnte helfen.

Hoffen wir also auf Regen und ein sehr schönes Abschiedsrennen für Michael. Am Ende bleibt einem einfach nur ein Danke an Michael für alle 308 Rennen, die wir mit ihm mitfiebern, mitfeiern und mitleiden durften.

Seine 91 Siege, Sieben Weltmeistertitel und seine 69 Poles (offiziell 68), aber für mich hat er die Monacopole mehr als verdient und noch viele Bestmarken mehr, sind Rekorde für die Ewigkeit!

Er möchte ja nun seinen Flugschein machen und im Dezember steht ja noch das Race of Champions an. Ich hoffe er wird sich auch bei dem ein oder anderen F1 Rennen im kommenden Jahr vor Ort zeigen, denn wie Bernie Ecclestone vor kurzem sagte (es könnte fast von mir kommen):

Michael ist die Formel 1 und die F1 hat sehr viel Michael zu verdanken!

Fazit der Sky-Berichterstattung

Nun ist die Saison 2012 fast vorbei. Es ist also an der Zeit ein kurzes Resümee über die Sky Übertragung 2012 zu ziehen.

Wie in den vergangen Jahren mussten die Sky-Kunden auch 2012 wieder lange bangen, was die Verlängerung der Übertragungsrechte anging. Erst im Februar wurde der Vertrag mit der FOM um ein Jahr verlängert.

Die Verantwortlichen in Unterföhring haben an einem völlig neuen Übertragungskonzept gebastelt. Zukünftig sollte die Vor- und Nachberichterstattung aus dem Sky Sport News HD Studio gesendet werden. Und bereits in den frühen Morgenstunden des 18. März, als sich Ursula Hoffmann unmittelbar eine Stunde vor dem Eröffnungsrennen zusammen mit Mario Theissen meldete, wurde gleich die Enttäuschung groß, denn es war zwar bekannt das die Vor – und Nachberichten gleichzeitig auf Sport 2, Sky Sport HD & Sky Sport News HD gesendet werden, aber zumindest Sport bzw. HD Kunden hatten die Hoffnung, dass man diese störenden Sky Sport News Inserts wenigstens auf den Sportsendern weglässt. Dem war jedoch nicht so.

Und auch der neu ins Leben gerufen Sky Racer Kanal, sorgte für Unmut, da die Fans in der Vergangenheit Gefallen an einem Vollbild Cockpitkanal gefunden haben, denn es in diesem Jahr aber nicht mehr gab. Positiv wurde dafür der Kanal „Sky Pitlane“, also der Boxengassenkanal aufgenommen, der einen echten Mehrwert bot.

Und auch qualitativ können die Vorberichte bei Weitem nicht mit dem der Free TV Konkurrenz mithalten. Dies ändert sich freilich immer um halb, wenn zum Kommentatorenduo Jacques Schulz und Marc Surer geschaltet wird und die Herausfahrt der Autos ansteht. Ich persönlich bin immer froh, wenn es soweit ist.

Doch auch die zwei, die schon seit 96 zusammen die F1 Rennen dieser Welt kommentieren, mussten dieses Jahr wieder einiges einstecken. So mussten die beiden den Bahrain Grand Prix aus München kommentieren. Nachdem das letztjährige Rennen durch politische Unruhen abgesagt werden musste, wollte es Sky seinem Personal nicht zumuten in diesem Jahr nach Bahrain zu reisen. RTL war hingegen ganz normal vor Ort Auch in Kanada mussten die beiden aus Deutschland kommentieren. Als Grund gab Sky damals die Fußball-EM an, die jedoch noch nicht einmal auf Sky zu sehen war.

Gleiches galt für die Rennen in Japan, Südkroea & Indien. Und man merkte es dem sonst so enthusiastischen Jacques Schulz in diesen Rennen sehr an, wie schwer im diese Unternehmensentscheidung doch fiel. So verabschiedete er sich in den Rennen, die aus München kommentiert wurden nicht mit dem sonst obligatorischen „Keep Racing“, Dem Markenzeichen von Jacques Schulz, mit dem er jede Übertragung beendet.

Beim Großen Preis von Abu Dhabi, wo die beiden endlich wieder vor Ort sein durften, musste er im ersten freien Training deshalb gleich ein doppeltes „Keep Racing“ heraushauen.

Auch in diesem Jahr ist noch nicht Sicher ob und wie es im kommenden Jahr weiter gehen wird. Es gibt wohl Verhandlungen, aber noch ist kein neuer Vertrag mit der FOM unterschrieben. Sky wird also seine (informierten) Kunden wohl heute Abend auch wieder mit der Ungewissheit in die Winterpause schicken, ob es auch im kommenden Jahr wieder die Königsklasse im Programm von Sky gibt.

In diesem Sinne allen viel Spaß beim großen Saisonfinale und eine schöne Winterpause, mit der Hoffnung, dass sich Jacques Schulz, Marc Surer & Tanja Bauer im März kommenden Jahres aus Down Under zum Saisonauftakt 2013 wieder melden werden.

Geschrieben von Markus Krecker

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