Muss der FC Barcelona um den Einzug ins Champions League Finale bangen? Die clevere Mannschaft hat gestern gewonnen!

Im Vorfeld des Halbfinal Hinspiels zwischen Chelsea und Barcelona haben sich viele Beobachter gefragt: Wie viele Tore schießt Messi? Das Spiel endete aber anders, als es von vielen Experten vorausgesagt wurde.

Es war ein sehr interessantes Spiel gestern Abend an der Stamford Bridge. Barcelona legte los wie die Feuerwehr und versuchte ganz früh im Spiel zu zeigen, wer hier die dominante Mannschaft ist. Chelsea wirkte in ersten Momenten etwas beeindruckt und ließ sich hinten reindrücken und fokussierte sich zunächst auf die Verteidigung.

Nach den ersten 15 Minuten hätte wohl jeder gedacht, dass der FC Barcelona dieses Spiel locker nach Hause spielt. Über das komplette Spiel gesehen hatte Barcelona 79% Ballbesitz, was ein absolut überragender Wert ist, gerade wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Auswärtsspiel für Barca handelte.

Ein bisschen hat mich das Spiel von Barca gestern an die Bayern erinnert. Der Ball wurde immer hin und her gespielt, was zum Teil auch die Verteidigung für Chelsea leicht machte. Man hatte im ganzen Spiel den Verdacht, dass Barca auf der Suche nach der Lücke war. Da der FC Chelsea hinten aber fast immer sehr gut stand, war das alles andere als einfach.

Kurz vor der Pause schockte Didier Drogba den FC Barcelona mit dem überraschenden Tor zum 1:0 – Da soll mal einer sagen, dass der alte Mann nichts mehr drauf hat ;) – Auch wenn Drogba im Laufe der Partie sehr oft auf dem Boden lag, fand ich sein Spiel und seine Präsenz auf dem Platz richtig gut.

Nach der Pause spielte weiterhin nur Barcelona und Chancen ergaben sich. Hier durfte sich Petr Cech mehr als nur auszeichnen. Am Spielsystem von Barcelona ändert sich über die gesamten 90 Minuten nicht viel, zwar ergaben sich in der zweiten Halbzeit mehr Chancen, dennoch waren viele Angriffe für die Chelsea-Verteidigung zu vorhersehbar. Kurz vor Schluss gab es u.a. noch einen Pfostentreffer, der die Bridge zum durchpusten animierte. Dennoch ging die Taktik von Di Matteo auf, Beton anrühren gegen Barcelona brachte am Ende den überraschenden Sieg.

Die Niederlage von Barcelona zeigte vor allem, dass man dieses Team mit der richtigen Taktik und viel Disziplin schlagen kann. Ohne Frage hatte Chelsea am Ende richtig Glück, dennoch ist der Sieg nicht unverdient, denn am Ende haben sie ein Tor mehr geschossen als der Gegner. Der FC Barcelona muss sich die Kritik gefallen lassen, dass sie zu unflexibel agierten und über die gesamte Spielzeit dem Gegner ihr Spiel aufdrücken wollten. Viel Ballbesitz, viel hin und her Geschiebe und immer auf der Suche nach Lionel Messi. Nur schön spielen bringt am Ende aber keine Siege, dass musste der FC Barcelona gestern Abend erfahren. Wer seine guten Chancen nicht nutzt, der kann auch mal in London verlieren.

Am kommenden Dienstag in Barcelona kann die Welt aber wieder ganz anders aussehen. Barcelona ist sehr Heimstark und dort nur schwer zu schlagen. Wenn Chelsea aber ein Tor schießt, dann könnte es auch für Barcelona schwer werden, die Partie noch zu drehen. Am Wochenende ist dann auch noch das große „El Clasico“ gegen Real Madrid, von daher wird Guardiola sicherlich keine Spieler schonen können.

Der Weg zum Finale am 19. Mai in München ist noch immer sehr steinig. Das gilt nicht nur die Bayern, sondern auch für den Favoriten aus Barcelona, den man im Vorfeld automatisch im Finale gesehen hat. Die Mannschaft muss sich am kommenden Dienstag diesen Einzug verdienen, indem man den FC Chelsea im eigenen Stadion dominiert und die Torchancen nutzt. Leicht wird es jedenfalls nicht, dass zeigte die Partie gestern Abend in London.

Geschrieben von Florian Hellmuth

2 Kommentare

  1. Das war echt ein tolles Spiel. Chelsea hat mit einer Taktik gewonnen, die in Deutschland nicht mehr vorstellbar ist. Einfach hinten sicher stehen und verteidigen – nur verteidigen.

    Es gab im Mittelfeld so wie gut wie kein Pressing auf den ballführenden Spieler, man hat sie ihr Spiel durchziehen lassen – auch wenn Barca eigentlich hätte gewinnen müssen.

    Ich erinnere mich an ein Zitat von Jens Lehmann beim Topspiel von Berlin. Nach gefühlten 10 Sekunden sagte er: „Mir fällt jetzt schon negativ auf, dass Berlin nicht konsequent Druck auf den Gegner ausübt“. In Deutschland wird denke ich zu viel über Pressing und Gegenpressing gesprochen, man sieht es geht auch anders.

    Genauso finde ich es auch immer unfair, wenn man in Deutschland von den alten Chelsea Spielern spricht, die den Zenit alle vermutlich überschritten haben. Offiziell spricht man immer von „Es gibt nicht alt oder jung, sondern nur gut und schlecht“. Man hat trotzdem das Gefühl, dass es in Deutschland nur darum geht, mit jungen, hungrigen Spielern ein gewisses Image aufzubauen. Und das Beispiel Chelsea zeigt: auch ältere Spieler können große Leistungen zeigen, alleine der Halbfinaleinzug war ein toller Erfolg. Das hätte ihnen keiner zugetraut.

    Gefällt mir

  2. Kann dir nur zustimmen! Ein weiteres Beispiel ist da vielleicht auch der AC Mailand, der zwar in dieser Saison nicht ganz so weit kam, der aber in den vergangenen Jahren trotz einer „Altherrenmannschaft“ , wie man es überall lesen konnte vielen jungen Teams gezeigt hat. Am Ende zählt die Qualität und natürlich auch die Taktik.

    Chelsea hat am Mittwoch alle und gezeigt: Ja, Barcelona kann man schlagen. Mal schauen, wie es dann am Dienstag aussieht.

    Gefällt mir

Kommentare? Immer her damit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s