Der Blog am Sonntag – 5. Februar – „Gottschalk Live“ – Der Blick auf die Quoten nervt!

Mir als Zuschauer von „Gottschalk Live“ gehen die Quoten ehrlich gesagt ziemlich am Hintern vorbei – So sollte es den Machern ebenso gehen – Mund abwischen und weiter machen!

Thomas Gottschalk wurde in den letzten Jahren verwöhnt. Die Quoten von Wetten, dass..?“ gingen zwar etwas runter, dennoch konnte man sich meist klar gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Gottschalk war das Aushängeschild für gute Quoten.

Seit rund zwei Wochen ist Gottschalk nun vier Mal die Woche ab 19:20 Uhr mit seinem Vorabendformat „Gottschalk Live“ zu sehen. Der Start war zwar etwas holprig, dennoch konnte man von Ausgabe zu Ausgabe viele Verbesserungen sehen. Dennoch gingen die Quoten immer weiter zurück. In den Medien sieht man „Gottschalk Live“ mittlerweile als Flop an, weil die Quoten eben schlechter sind als vielleicht von Beginn an gedacht oder gewünscht.

Thomas Gottschalk ist mit seinen Quoten nicht zufrieden, auch deshalb schrieb er bereits zum zweiten Mal in der Bild-Zeitung eine Art Kolumne mit Gedanken zu seinem Format. Er bat um Zeit und hofft, dass die Zuschauer ihm diese auch geben.

Ein neues Format benötigt Zeit um sich zu finden und zu entwickeln. Deshalb verstehe ich einen Gottschalk nicht, wieso er nach so kurzer Zeit bereits um Geduld bittet. Man darf nicht vergessen, dass „Gottschalk Live“ eben keine große Show am Samstagabend ist, sondern ein Format im bereits sehr schweren ARD-Vorabendprogramm. Ich habe damit gerechnet, dass es Gottschalk zu Beginn sehr schwer haben wird mit seinem Format. Gerade deshalb finde ich Gottschalks Reaktion in der Bild-Zeitung sehr weinerlich. Gottschalk wusste was auf ihn zukommt und nun muss er damit leben, dass „Gottschalk Live“ kein Selbstgänger wird, sondern eine Herausforderung.

Ich möchte Thomas Gottschalk nicht als weinerliche Blondine sehen, sondern als kämpferischen Entertainer, der seinen Zuschauern eine halbe Stunde am Tag eine gute Zeit bereitet. Damit dies auch wirklich so klappt, benötigt es nicht nur Geduld der Zuschauer, sondern auch ein besseres Konzept, sowie Änderungen im Gesamtgerüst.

Wenn ein Karl Lagerfeld in die Sendung kommt, dann erwarte ich ein Gespräch mit einem interessanten Menschen, der ein Leben lebt, wie fast niemand von uns. Ein Arbeitstier, jemand mit einer eigenen Meinung, jemand der uns fesselt und den wir ebenso interessant finden. Als Gast fand ich Lagerfeld klasse, nur das Gespräch war absolut Mainstream und so wie in jeder anderen Sendung auch. Die Zuschauer wollen nicht nur unterhalten werden, sondern auch interessanten Gesprächen lauschen. 0815-Gespräche gibt es überall – In jeder zweiten Talkshow geht es darum neue Filme, CDs oder Bücher vorzustellen. „Gottschalk Live“ muss sich hier abheben, um eben nicht im Mainstream zu schwimmen.

Viele Zuschauer kritisieren die kurze Sendezeit, aber auch diese wenigen Minuten kann man anders füllen und interessant gestalten. Ein Format muss keine Stunde dauern um zu unterhalten oder „gut“ zu sein. Dafür läuft „Gottschalk Live“ auch vier Mal die Woche.

Was ich z. B. sehr kritisch sehe ist die Arbeit im Social Media Bereich. Wenn Caro & Co da sind, dann habe ich nichts zu meckern, dann ist man aktiv, unterhaltsam und nimmt Feedback an. Aber was passiert außerhalb der Sendezeiten? Leider nicht viel und das kann bei einem tagesaktuellen Format einfach nicht sein. Social Media ist kein Job, den man von Montag bis Donnerstag von 15:30 Uhr bis 21:00 Uhr macht, sondern von Montagmorgen bis mindestens Freitagabend. Es ist immer etwas los und Feierabend gibt es in diesem Bereich eben nicht so richtig. Täglich gibt es unzählige Beiträge auf der Pinnwand von „Gottschalk Live“ , dennoch habe ich das Gefühl, dass man zwar ein paar Stunden vor der Sendung da ist, sowie kurze Zeit danach, aber sonst eben nur sehr selten. Wenn Redaktionsschluss ist, dann bleibt die Facebook-Seite so, wie sie ist. Gerade wenn die Quoten so sind wie momentan, dann sucht man das Feedback der Zuschauer und macht einfach mal später Feierabend oder ist früher im Büro und liest die Beiträge, kommentiert einige, stellt Fragen oder Bilder ein und ist einfach präsent. Aber so ist mir das zu halbherzig.

Natürlich gibt es auf der Pinnwand auch negative Beiträge über Thomas Gottschalk und „Gottschalk Live“ , dennoch sollte man sich von diesen nicht unterkriegen lassen. Oftmals ist das Feedback sehr positiv und bietet auch Ideen, die man zum Teil sogar umsetzen kann. Dass die Zuschauer sich so mit Gottschalk und dessen Format beschäftigen und versuchen zu helfen ist alles, aber nicht selbstverständlich und meiner Ansicht nach ebenso unbezahlbar. Von daher verdienen die Zuschauer auch mehr Aufmerksamkeit.

„Gottschalk Live“ hat natürlich noch Probleme, aber jeden Tag auf die Quoten zu schauen bzw. diese zu analysieren und depressiv zu werden bringt ebenso wenig. Das ist eher etwas für die ganzen Sesselpupser von der ARD, denen das Format egal ist und für die nur die Quote zählt – Zuschauer wollen unterhalten werden und denen ist egal, ob Gottschalk mit seiner Sendung 10.000 Zuschauer holt oder 10 Millionen. Wenn sich das Format entwickelt und die treuen Fans weiter am Ball bleiben, dann gehen die Quoten sicherlich auch wieder nach oben. Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch.

Thomas Gottschalk sollte auf Deutsch gesagt einfach mal auf die Quoten scheißen und Eier zeigen. Gottschalk ist einer der besten Entertainer in Deutschland, nur muss er es auch wieder zeigen. Es ist doch auch für ihn als Mensch eine Herausforderung, die er sich nun stellen muss. Wer glaubt denn zum jetzigen Zeitpunkt noch an das Format? Nicht mehr viele und das ist doch ein Ansporn für Gottschalk es nochmal allen Kritikern zu zeigen.

Gottschalk muss wieder ein Entertainer für das Volk werden und seinen Ruf als Millionenschwerer Amerikaner ablegen. Für mich ist Thomas Gottschalk weiterhin einer der besten Entertainer des Landes, dennoch muss er sich und uns zeigen, dass er weiterhin den Mut und die Kraft hat seine Ideen umzusetzen.

Gottschalk Live ist nicht tot, sondern zum Teil noch unfertig. Helft ihm dabei seine Sendung zu vollenden und vor allem – Gebt ihm die Zeit! Gute Dinge benötigen Zeit und „Gottschalk Live“ hat Potenzial, es muss nur noch dran geschliffen werden.

Geschrieben von Florian Hellmuth

6 Kommentare

  1. Nachtrag:

    Vom Konzept her gibt es sicherlich auch noch einige Baustellen, aber diese habe ich jetzt mal außen vor gelassen. Um dennoch mal ein paar Punkte aufzuführen:

    – Die Gästeauswahl (Und Anzahl) + Gespräche selbst

    – Die Liveschalten (Absolut nichtssagend und Zeitverschwendung)

    – Themen wie Politik haben in einer „Happy Hour“ nichts zu suchen.

    – Mehr Gottschalk Live (Mehr Entertainer als Newsvorleser – Persönlicher werden)

    – Social Media besser einsetzen und präsenter sein.

    Aber es gibt auch weitere Dinge, die besser sein könnten. Auch das sehe ich positiv, denn so kann sich das Format weiter entwickeln.

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  2. Der Blick auf die Quoten nervt gar nicht.

    Die ARD sollte mal einsehen wieviele Millionen an GEZ-Geldern sie verschwenden für eine Sendung, die kaum einer sehen will!

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  3. Ich bezweifle, dass Gottschalk etwas anderes als Mainstream-Gespräche führen kann. Bei Wetten Dass hat er 20 Jahre auch nix anderes gemacht, als oberflächliches Blabla.

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  4. Bei Wetten, dass?? ging es aber größtenteils darum die Gäste nach ihren neuen Filmen, Alben oder keine Ahnung was zu befragen. Wetten, dass?? ist hier ein schlechtes Beispiel, da da Gespräche auf der Couch eh größtenteils PR-Gespräche waren…

    Ob ein Gottschalk auch anders kann sollte man abwarten. Es ist auch ein Unterschied, ob man PR in einer Riesenshow macht oder in einem kleinen Berliner Wohnzimmer hoffentlich „ohne PR“ interessante Gespräche führt.

    Wenn er das auf die Reihe bekommt, dann ist das toll – Wenn nicht, dann nur Mainstream.

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  5. Gottschalk nervt mit zwei Gewohnheiten, die er nicht ablegen kann. Erstens duzt er ständig Menschen, die er nicht kennt. Höhepunkt dieser Peinlichkeiten war das Wechseln vom Sie zum Du bei dem alten Ehepaar am Valentinstag. Wenn er junge Leute (bis 3o) duzt, so ist mir das egal, aber bei Menschen, die Gottschalks Eltern sein könnten, verbietet sich das einfach.
    Zweitens spricht er ständig von sich. Er bringt immer wieder seine Erinnerungen an frühere Begegnungen mit Showstars ins Gespräch oder verweist darauf, dass seine wichtige Sendung wegen Wulffs Zapfenstreich ausfallen muss. Man hat selten den Eindruck, dass er sich für seine Gäste interessiert. Ausnahme war die Sendung mit dem Prinzen und dem Thomaner, vielleicht weil er auch ein „Thomaner“ ist. Das war ein angenehmes Gespräch.
    Es ist nicht undenkbar, dass Gottschalk irgendwann seine Sendung rettet. Ich glaube allerdings nicht daran. Denn Gottschalk muss jetzt das erleben, was schon vielen Berühmten widerfuhr. Man will sie nicht mehr sehen! Der Platz reicht nicht, um alle zu benennen, denen es so ging. Wann ist der
    richtige Zeitpunkt, um abzutreten und andere nach vorne zu lassen?
    Gottschalk will es noch mal wissen und wie Helmut Kohl 1998 vom Volk abgewählt werden. Kleiner Nachtrag: Amüsant zu sehen war in einer seiner Sendungen, wie er plötzlich wieder in seiner „Wetten-dass?“-Show war, als
    er eine Meisterbüglerin ankündigte und ihre Leistung würdigte.
    Man erkennt jetzt bestimmt, dass ich viele Sendungen angeschaut habe. Sonst könnte ich sie nicht kritisieren. Warum verzichte ich nicht auf die Sendung, wenn sie mir nicht gefällt? Vielleicht ist es eine gewisse Schadenfreude. Alle scheitern irgendwann, warum nicht auch der Sonnyboy Thomas G.

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