Wolff Fuss und die negativen Kommentare gegen ihn auf ran.de! – Wie kann das sein?

Vor einigen Jahren war Wolff Fuss der leuchtendste Stern am Kommentatorenhimmel – Mittlerweile ist er Chefkommentator bei LIGA total! und Hauptkommentator bei ran in Sat.1 – Wie kommt es, dass er seit einiger Zeit mehr Kritik bekommt, als in der Vergangenheit?

Verdirbt Erfolg den Charakter? Das ist natürlich eine Frage, die man sich bei dieser Diskussion stellen muss. Wolff Fuss kommentierte damals für Premiere vor allem die Premier League – Es waren immer absolute Highlights, diesem jungen, aufstrebenden Kommentator zuzuhören, eben weil er anders war als die vielen anderen.

Auch in der Bundesliga bekam Fuss immer bessere Spiele – Für Premiere kommentierte er auch einige Spiele der WM 2006 in Deutschland. Im TV nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen gab es Wolff Fuss einige Male in der von Jessica Kastrop moderierten Sendung Talk & Tore live von der Adidas „World of Football“ in Berlin. Der England-Experte baute in dieser Zeit vor allem im Internet eine große Fanbase auf, die mittlerweile aber ein wenig bröckelt.

Nach seinem Wechsel zu LIGA total! und später zu Sat.1 wurde es immer ungemütlicher für den Kommentator – Natürlich ist es toll, wenn man von den Zuschauern respektiert und gelobt wird, aber im Grunde ist vor allem wichtig, wie der Sender zu seinem Mitarbeiter steht – Und dennoch ist es interessant, wie ein Kommentator bei den Zuschauern so viel an Sympathien verlieren konnte.

Auf „Kickwelt.de“ wurde Wolff Fuss zum Flop des Jahres 2010 gewählt – Ich konnte diese Wahl, sowie die Begründung sehr gut nachvollziehen, da ich sie ebenfalls so erlebt habe.

„Wolff Fuss in der Kategorie Flop des Jahres! Warum das, werden jetzt viele denken? Wir haben ihn deswegen hier beigepackt, weil sich der 34jährige in unseren Augen etwas sehr zum Dampfplauderer entwickelt hat. Bei sky galt er als Shooting-Star, in unseren Augen ist der Nummer 1-Kommentator von zwei Sendern (LIGA total! und Sat1) allerdings etwas abgehoben. Mit vorher ausgedachten Sprüchen und oft wiederholten Phrasen hat er sich eher zu seinem Nachteil entwickelt. Rein von der Qualität und der Sachkompetenz her hat er in der Flop-Kategorie nichts zu suchen, aber wir wollen damit einen Warnschuss setzen, der eventuell im weiten Internet verschwindet, aber vielleicht auch gehört wird. Fuss sollte wieder mehr wie früher die Spiele kommentieren und weniger sich selbst in den Vordergrund seiner Reportagen stellen, was ihm leider zu oft passiert (ob gewollt oder ungewollt).“
 
Quelle: Kickwelt.de

In einem früheren Artikel, habe ich das ähnlich beschrieben. Aber auch ein anderer Blogger fand die richtigen Worte – Max von „Soccer & Media“ , einem Blog, der leider vor kurzem geschlossen wurde. In diesem Artikel heißt es:

„Die Alternative schlechthin. Der Mann, der nicht das Champions-League-Finale zur Prime-Time kommentiert, sondern mitten in der Nacht ein Länderspiel aus Südamerika. Während sich Marcel Reif zur Geburstagsparty von Boris Becker genüsslich eine Zigarre ansteckt, arbeitet er. Das muss ein Fußball-Verrückter sein!
 
Und dann kommentiert er auch die Topspiele der Premier League. Herrlich! Endlich Wolff Fuss auch zu einer Zeit, in der man nicht schon besoffen ist. Und dann kommentiert er auch immer häufiger Topspiele in der Bundesliga, zumindest in der Konferenz. Fantastisch! In der Bayer-Küpper-Riege sieht man ihn doch eigentlich schon sehr lang.
 
Und schleichend, so ganz schleichend, man merkt es kaum, wird aus der Alternative Wolff Fuss ein ganz normaler Fußballkommentator, einer, den man mittlerweile fast jeden Tag hört, einer, der – ob er und wir es wollten oder nicht – in den Mainstream gelangte.
 
Und heute? Wolff Fuss ist im Mainstream angekommen. Südamerika ist schon lange nicht mehr angesagt, sondern Bayern München, natürlich zur Prime-Time. Und es wird gemeckert.
Was sind die Gründe: Sind es nur die äußeren Mainstream-Umstände? Oder ist es tatsächlich Wolff Fuss, der seinen Kommentar den äußeren Umständen angepasst hat. Dazu ein Beispiel: Schon zu Premiere-Zeiten fiel mir auf, dass Wolff Fuss die Premier-League anders kommentierte als all die anderen Wettbewerbe. Irgendwie jünger, frischer, freier. Emotionaler! Könnte ja daran liegen, dass die Einschaltquoten in der Premier League geringer sind, dass die Bundesliga der Mainstream und die Premier League eher die Alternative ist.
 
Quelle: Soccer & Media

Problem ist einfach, dass die Zuschauer heute einen anderen Wolff Fuss sehen, als wir damals. Ich erinnere mich zum Beispiel an das Champions League Spiel zwischen Manchester United und dem AS Rom, dass mit 7:1 für die Red Devils zu Ende ging. Das sind Highlights, die man nie vergessen wird – An denen natürlich auch Wolff Fuss beteiligt war.

Aber zurück zum Thema: Auf „ran.de“ gab es in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viele, vor allem negative Kommentare über die Person Wolff Fuss. Das hat mit den Lobeshymnen von früher relativ wenig zu tun.

Hier mal einige Kommentare:

„Herr Fuss ist auf dem besten Wege in die Fußstapfen von Herrn Reif zu treten. Der ist genauso ein Selbstdarsteller. Ich wünsche mir von einem Fußballreporter, das er nicht selber zum Star mutiert. Die beiden reden immer, als wenn sie die größten Fußballer wären, dabei können sie die Asse wahrscheinlich nicht 5 Meter geradeaus schießen. Dann doch lieber den Radiokomentar zuschalten.“
„Ich will mich schon lange über diesen Kommentator beschweren. Möglicherweise hat er sogar Ahnung vom Fußball, nur dumm, dass man davon nichts merkt. Er schwafelt die ganze Zeit über Nebensächlichkeiten am Rande, über alte Geschichten, die keinen interessieren u. das Spiel wird nur mäßig bis überhaupt nicht kommentiert. Dies macht er übrigens bei jedem Spiel.“
„Herr Fuss ist der schlechteste Kommentator der Liege,der hoert sich selber gern reden.Der erzaehlt die meiste Zeit sachen die nicht zum Spiel gehoern und gibt sau bloede Kommentare.Es schauen auch Jugendliche die fragen sich was soll das wenn er kommentiert den Ball hat er unterschrifts reif vorgelegt.Ein Faul man kann es nicht genausehen und er erzaehlt etwas von Polen.“
„Bitte? Wie kommt der Wolff-Christoph Fuss auf solch Rang? Sind die Bewerter gekauft? Der sollte doch besser einfach mal die F… halten. Einen schlimmeren Selbstdarsteller, der sich selbst gerne hört, seine Kalauersprüche und die Möchtegernaussprache der ausländischen Namen, allen voran das betonte A am Schluss, dass man meinen könnte er kratzt gleich ab, das macht den ganzen Fussballabend kaputt.“
„Ist doch erstaunlich, dass die meisten Kommentare W. C. Fuss zwischen negativ und unertraeglich ansiedeln. Da moechte ich nicht abseits stehen. Diesen selbstverliebten Moechtegern-Marcel Reif (den ich uebrigens auch nur schwer ertrage) als kompetent zu bezeichnen, ist ein Tiefschlag fuer jeden objektiven Fussballfreund. Seine Kompetenz ist vom Blatt abgelesen. Gebt uns doch endlich Kerner wieder!!“
„Ich finde die heutige Reportage vob HrFuss zum Kotzen!Chauvinistisch,arrogant,überheblich,Bayern-arschkriecherisch;die Mannschaft aus Zürich wird zur Dummenjungenmannschaft herabgewürdigt….widerlich!—Dieser Arroganzbolzen sollte sich einmal einen engl.Reporter anhören/sehen:da wird auch mit unterlegenen Mannschaften angemessen fair umgegangen;typisch deutsche Attitüde!!“
„Wie lange will man dem Zuschauer diesen Fuss noch zumuten ? Der quatscht – losgelöst vom Spiel – einen derartigen Blödsinn, daß es schon weh tut. Von der Lobhudelei über die Bayern bei gleichzeitigem Lächerlichmachen des Gegners ganz zu schweigen. Das ist arrogant und abstoßend zu gleich ! Weitere Übertragungen mit diesem Reporter werde ich mir nicht mehr anschauen.“
„Meiner Meinung nach ist Herr Fuss kein guter Kommentator. Er wirft andauernd mit nervenden Phrasen um sich – beim Kia Doppelpass wäre sein Phrasenschwein immer voll! Außerdem nervt mich seine zu theatralische Stimme.. allein schon bei den Namen: Pass auf.. SchweinsteigAA, der zu RobbEEN obwohl nichts weiter passiert. Ich würde mir wünschen, wenn den Job jemand anderes übernimmt.“

Puh, da sind natürlich viele negative Kommentare dabei. Wichtig ist, dass man sich diese Kommentare nicht zu Herzen nimmt – Ignorieren darf man sie aber auch nicht. Man sollte sich mit den sachlichen Dingen beschäftigen, Kritik an sich selbst üben und auch vielleicht bei Freunden oder Kollegen ehrlich nachfragen, ob einige Kommentare zutreffen. Menschen verändern sich und vielleicht auch ein Wolff Fuss? Vielleicht merkt man das selbst nicht, aber hier sind Freunde gefragt, die in manchen Fällen dafür sorgen müssen, dass man nicht abhebt. Der Schritt von Premiere, vor allem zu Sat.1 ist natürlich enorm. Nicht nur vor dem Mikrofon, sondern auch vor der Kamera sahen wir Fuss in den letzten Monaten. Hier ist z. B. der Sport1 Doppelpass zu nennen, zusätzlich dann auch noch Bundesliga Aktuell Spezial und die Oliver Pocher Show.

Wolff Fuss ist kein Entertainer, sondern ein Kommentator – Ich hoffe, dass er mit der Zeit selbst sieht, dass er sich vielleicht zu viel verändert hat und das sich viele Sympathisanten von früher abwenden und den Kommentator Wolff Fuss nicht mehr wiedererkennen. Das ist etwas, dass einem selbst zu denken geben muss. Das Potenzial einer der besten Kommentatoren in Deutschland zu sein, hat er natürlich noch – Er muss es nur wieder zeigen und sich nicht mit dem Mainstream zufrieden geben.

Auch, wenn dieser Artikel für einige Leser recht hart wirken könnte, möchte ich betonen, dass ich Wolff Fuss für einen tollen Kommentator und Menschen halte – Dennoch soll dieser Artikel ähnlich wie der von „Kickwelt.de“ einem Warnschuss gleich kommen. Ich bin übrigens sehr gespannt auf eure Meinungen!

Geschrieben von Florian Hellmuth

3 Kommentare

  1. Wolff Fuss ist immer noch der gleiche Kommentator wie früher.
    Wenn ich Spiele von damals mit Spielen von heute vergleiche, dann fallen mir keine wirklichen Unterschiede auf. Nehmen wir z.B. das angesprochene 7:1 von Manchester United von 2007 und das Spiel Genua gegen Bremen von letztem Jahr oder das 5:2 von Schalke in Mailand in diesem Jahr. Ich erkenne keine großen Unterschiede. In allen Partien war er höchst emotional dabei, gepackt mit Charme und Witz und einer enormen Fachkompetenz.

    Dass natürlich nicht jedes Spiel von ihm gut kommentiert wird, ist doch selbstverständlich, da ein Kommentator meistens nur so gut ist wie das Spiel selbst. Wenn in einem Spiel ein oder zweiTorschüsse abgegeben werden und dieses dann 1:0 endet, was soll da ein Kommentator machen?
    Da muss man halt ein wenig mehr drum rum reden.

    Und wie er beispielsweise beim CL-Finale den Ausgleich von Rooney kommentiert hat, hat er auch wie kein zweiter gemacht.

    Für mich ist Wolff Fuss immer noch der beste deutschsprachige Kommentator.

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  2. Wolff Fuss spielt eindeutig in der Champions League der Kommentatoren.
    Er besitzt nicht nur Fachkompetenz, Humor und die benötigte Euphorie sondern auch die Intelligenz, Geschehnisse auf dem Platz nicht einfach nur platt zu kommentieren und Ereignisse zu schildern die jeder sehende Zuschauer auch von alleine sieht.
    Seine Metaphern sind einmalig, angebracht und werten jedes Spiel auf.
    Wer Fuss die Kompetenz oder sonstiges als Kommentator abspricht, ist einfach nicht intelligent genug, die Metaphern mit dem Spiel verbinden zu können, bzw, diese zu verstehen.
    Mehr muss ich hier nicht sagen, denn Träumer und Langweiler die dies nicht zu schätzen wissen sind es nicht wert..
    Go on Wolff!

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  3. Wer hat die Aussage von Herrn Fuss gehört beim Spiel Bayern gegen Schalke über Atletico Madrid:
    wenn ich richtig hingehört habe, dann habe ich folgendes verstanden: Herr Fuss hat die Spieler von
    Atletico Madrid bezeichnet als: „Simiones blutrünstige Kettenhunde“ – habe ich das so richtig verstanden?
    Wenn ja, dann ist dies ein richtiger Kracher – so einer sollte keine Mikro mehr in die Hand bekommen.

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