Wieso gibt es im Handel eigentlich keine Zeitschrift mit Artikeln von Sportbloggern?

Sport-Zeitschriften gibt es viele im Handel – Was es meines Wissens aber noch nicht gibt ist eine Zeitschrift, die eben nicht von professionellen Journalisten geschrieben wird. Wäre eine „andere“ Sichtweise auf das Geschehen nicht mal wünschenswert?

Wir Blogger haben uns ins den vergangenen Jahren einen Namen gemacht, werden ernst genommen. Gute Blogger werden sogar wie Journalisten behandelt, obwohl ihnen die Ausbildung fehlt. Das Wort „Qualitätsjournalismus“ liest man häufig. Gerade einigen Zeitungen wird vorgeworfen, dass sie diesen Standard oft nicht halten können. Wir Blogger schreiben natürlich auch nicht immer Top-Artikel, machen Fehler, aber wir werden für unsere Arbeit respektiert.

Viele Kritiker vergessen dabei oft, dass wir Blogger kein Geld für die Blogs bekommen, sondern das in unserer Freizeit machen. Jeder, der einmal einen Blog betrieben hat, der weiß, wie schwer das ist. Man möchte zwar immer was schreiben, aber manchmal fällt einem einfach nichts ein. Der Erwartungsdruck von außen auf neue Artikel ist zwar meist nicht groß, aber man möchte seinen Leser dennoch etwas bieten. Wenn man das dann über Jahre macht, dann hat man aber irgendwann den Dreh draus.

Loben möchte ich hier einmal eine Seite, die großen Anteil daran hat, dass Blogger ernst genommen werden und einigen eben auch eine Plattform bietet. Mit Spox.com haben viele Blogger ein zuhause gefunden. Dort schreiben sie über Themen, die sie interessieren, die Artikel werden von vielen Usern gelesen und die Blogosphäre gestärkt.

Wer mal reinschauen möchte:

http://www.spox.com/de/community/userredaktion/index.html

Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Thema. Wieso gibt es im Handel keine Zeitschrift von Sportbloggern?

Ich kann mir vorstellen, dass sich viele Leute neben den großen Sportzeitschriften wie dem Kicker, der Sportbild oder auch 11 Freunde auch für eine Zeitschrift interessieren würden, die eben nicht von Journalisten geschrieben ist. Die Sportblogger haben eine andere Art zu schreiben, identifizieren sich mit ihren Vereinen, sind vielleicht bei einigen Themen auch anders dran. Die Sichtweise ist einfach anders und das ist sicherlich ein großer Vorteil. Natürlich gäbe es auch hier die Möglichkeit, anderen Fans eine Plattform zu geben. Lesergeschichten, Meinungen & viel Mehr.

Im Internet sind die Blogger sehr präsent, wieso nicht im Handel? Wäre so etwas überhaupt möglich? Eure Meinungen würde mich sehr interessieren.

Geschrieben von Florian Hellmuth

9 Kommentare

  1. Blogger sind doch hauptsächlich im Internet schreibend unterwegs. Und so soll es meiner Meinung nach auch bleiben. Ich will kein gedrucktes Heft. Weil wie oft hat man den schon einen Leserbrief an ein Magazin geschrieben und seine Meinung und Stellung zum Thema kund zu tun? Im Blog geht das schnell, (meist) unzensiert und ich kann an einer Diskussion teilnehmen.

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  2. Es geht eher darum, ein Teil der Blogosphäre auch in die Masse zu bringen. Die Sichtweisen zwischen Medien und Bloggern sind meist verschieden. In den Zeitungen liest man oft das gleiche, während Blogger eben andere Dinge hineinbringen.

    Die Idee finde ich gut. Eine Zeitschrift müsste ja auch nicht jede Woche erscheinen.

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  3. Generell geht der Trend ja eher weg von Drucksachen hin zu Internet (und/oder Apps), nicht nur bei „Amateur-Schreibern“ wie uns, sondern auch bei professionellen Angeboten.
    Der Aufwand für Erstellung und Verbreitung einer Zeitschrift ist ja nicht gerade gering, sodass es auch früher schon relativ wenige Fanzines u. ä. gab, verglichen mit der Anzahl der Leute, die sich für das Thema interessieren und ggf. auch was sagen/schreiben möchten. Heutzutage ist es mit Blogs usw. deutlich einfacher, seine Texte schnell und kostengünstig zu veröffentlichen – da wäre eine Zeitschrift mit Blog-Artikeln ziemlich genau der entgegengesetzte Weg.

    Andererseits gibt es soviele Blogs, dass man gar nicht alle lesen kann, selbst wenn man wollte, und so „verpasst“ man sicherlich manch hervorragenden Text (gerade z. B. von Fans anderer Vereine, deren Blogs man selten oder gar nicht frequentiert).
    So eine Blogger-Zeitschrift müsste also über eine einigermaßen große Redaktion verfügen, die ständig die „Sport-Blogosphäre“ abscannt und die Perlen dann rauspickt.

    Dann aber nochmal die Frage: warum sollte das gedruckt werden, wenn man diese Sammlung nicht auch online veröffentlichen kann? Letzteres macht ja z. B. die wöchentliche Spox-Blogschau.
    Oder anders gefragt: gibt es ausreichend viele Leute, die Geld für so ein Heft bezahlen würden, dass sich der ganze Aufwand rentiert?

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  4. Keine Frage, dass es Vor- und Nachteile gibt. Deshalb finde ich diese Diskussion auch so spannend.

    Zu deiner Frage:

    Gibt es ausreichend viele Leute, die Geld für so ein Heft bezahlen würden, dass sich der ganze Aufwand rentiert?

    Ich glaube, dass weiß niemand… gerade weil man nicht unbedingt Blogger, sondern die „normalen“ Sportfans damit ansprechen würde.

    Mit der Redaktion: Ich glaube, dass sie Blogosphäre ganz gut vernetzt ist. Über den RSS-Feed kann man sich die Blogs abonnieren und verpasst nichts.

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  5. Mangelnde schreiberische Qualität findet sich auch in Printmedien. Aber gut, es stimmt schon: Es gibt gerade im Sportbereich Blogs, auf denen ab und zu holprig formuliert wird, die dafür inhaltlich gut sind, andere Blickwinkel bieten und mehr Sachverstand transportieren als mancher Sportteil. Das macht (recht-)schreiberische Unzulänglichkeiten teilweise wett. Zudem nimmt man das in Kauf, weil im Optimalfall über den Text spannende Dialoge im Kommentarteil angeregt werden, die meist noch viel weiterführen als es der Blogbeitrag tut. In der Summe entsteht auf diese Weise ein „Schwarmwissen“, ein Expertenwissen von einem Umfang und einer Qualität, wie sie Print aus vielen Gründen nicht liefern kann. Wird ein Blogeitrag abgedruckt, besteht die Gefahr, dass er ohne diese „Verstärkung“ nur schutzlos auf dem Papier stünde und einzig sein Schwachpunkt im Gedächtnis bleibt: dass er nicht so schön zu lesen war.

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  6. Interessanter Blickpunkt:

    Aber wie ist das bei den anderen Sportmagazinen? Auch diese haben desöfteren Fehler, sind so ebenfalls schutzlos ausgeliefert.

    Wichtig ist, dass so eine Zeitschrift nicht vorhat, eine Konkurrenz zum Kicker, Sportbild & Co darzustellen, sondern eine eigenständige Leserschaft aufzubauen, die neben den großen Magazinen, auch andere Meinungen und Dinge lesen wollen. Wenn man das will, dann kann man sich auch im Internet, auch bei den Bloggern direkt informieren. Die Präsenz im Internet bleibt ja.

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  7. Was ich mir vorstellen könnte wäre ein Magazin, dass vielleicht 4-6 mal im Jahr erscheint und sich durch einen bestimmten Themenschwerpunkt auszeichnet. D.h. dass man zu einem bestimmten Thema die unterschiedlichen Meinungen & Erfahrungen zusammenträgt, die die Blogger durch ihren unterschiedlichen Vereins- oder Sportbackground beizutragen haben.
    Der Teil sollte von der Schreibe und Herangehensweise das beste der Blogger mit ins Heft übernehmen und inhaltlich was neues, exklusives bieten.

    Das dann noch ergänzt um ein paar eher zeitlose Beiträge die schon veröffentlicht wurden. Best-of quasi. Und ausführliche Fotostrecken kommen auch immer gut und sorgen für Umfang. ;-)

    Unterm Strich würde ich aber sagen, dass das Projekt eher unter der Kategorie Herzensangelegenheit im Eigenvertrieb als unter finanzieller Erfolg laufen würde.

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  8. Denke auch es müsste auf jeden Fall themenzentriert sein. Die Blogosphäre zeigt ja im Sinn von Grassroots-Journalismus schneller als klassische Medien neue Trends und Themenbereiche auf, und ein Best-of bzw. eine Art Trend-Monitor zu einem bestimmten Sportthema wäre sicher eine interessante Geschichte. Aber das müsste halt jemand mühsam recherchieren.

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