Werder Bremen nach dem Punktgewinn gegen Leverkusen – Nimmt man die Situation ernst genug?

Gestern Abend hatten die Bremer nach langer Zeit wieder einen Grund zum Feiern. Nach einem 0:2 Rückstand, kam die Mannschaft zurück und holte noch einen Punkt gegen Bayer Leverkusen.

Es war ein verrücktes Spiel gestern Abend. Selbst als Beobachter, traute man seinen Augen kaum. Bayer Leverkusen machte das Spiel, hatte die Führung, vergab Chancen und am Ende holten sie dennoch nur einen Punkt in Bremen. Aber wieso stellte Leverkusen das Spiel nach 60-65 Minuten ein? Sie waren spielbestimmend und Bremen hatte nicht den Hauch einer Chance. Auch einen Tag später kann ich mir das nicht erklären.

Werder spielte bis kurz vor Schluss einen grausamen Fußball, dass kann man nicht anders nennen. Der Spielaufbau, die vielen Fehlpässe, lauter Missverständnisse, es lief nichts, aber auch gar nichts rund bei Werder. Bayer Leverkusen hat die Bremer dann fast schon genötigt, mehr zu tun bzw. Tore zu schießen. Bayer Leverkusen hat das Fußball spielen eingestellt, passte wie im Training nur noch hin und her und darf sich daher nicht wundern, wenn sie am Ende nur mit einem Punkt dastehen. Auch wenn Werder in einer Krise ist, darf man eine Mannschaft nicht so motivieren, in dem man sie wie in der D-Jugend dem Ball hinterher laufen lässt.

Bremen hat dann Druck aufgebaut, kam zu Chancen und machte dann in der 83. Minute das Tor, eben weil Leverkusen am Ende zu arrogant spielte. Kießling, der das Eigentor erzielte, der Werder wieder Hoffnung machte, dieser Kießling vergab kurz vor Schluss die Chance auf den Sieg. Da hatte man das Gefühl, dass sie doch noch Lust hatten auf Fußball spielen, aber er vergab sie. Den Bremern merkte man dann an, dass sie das Spiel noch drehen, vielleicht sogar gewinnen wollen. Durch Prödl in der Nachspielzeit konnte man dann auf Grund der besseren zweiten Halbzeit einen Punkt im Abstiegskampf holen. Für Bremen eigentlich zu wenig, aber für Leverkusen eben auch.

Was mich an der ganzen Sache ziemlich stört sind die Aussagen der Beteiligten von Werder Bremen. Man tut so, als wäre man irgendwo im Mittelfeld. Vielleicht will man sich nicht eingestehen, dass man tief, ganz tief im Abstiegskampf steckt. Mir kommt es so vor, als wenn man es nicht wahr haben will. Wenn Klaus Allofs sagt, wir denken nicht an zweite Liga, dann kommt mir das etwas arrogant vor. Jede Mannschaft kann absteigen, auch Werder Bremen. Werder steht nun auf Rang 15, nur 3 Punkte von Platz 17 entfernt. Der VfB Stuttgart, momentan auf der 17 hat gewonnen. Ich schätze Stuttgart und auch Gladbach momentan stärker als Bremen ein. Beide Teams geben sich nicht auf, haben meiner Meinung nach auch das Zeug, eben nicht abzusteigen. Da wird das eben doch dünn für Bremen, wenn die Teams darunter punkten und Bremen nicht. Man muss sich mit dem Thema Abstiegskampf besser auseinandersetzen. Zu sagen, wir schaffen das schon ist einfach zu wenig. Bremen liegt im Dreck und muss nun mit aller Macht darum kämpfen, da raus zu kommen. Dabei sollte man ehrlich mit sich selbst sein und die Situation nicht besser darstellen, als sie ist.

Für mich ist Werder Bremen eine Mannschaft, die ohne Frage in die Liga gehört, die aber ein wenig selbstkritischer sein sollte und nun endlich den Abstiegskampf als solchen annehmen muss, wie viele andere Teams, die diesen Kampf meiner Meinung nach mehr verinnerlichen, als die Bremer.

Geschrieben von Florian Hellmuth

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