Medienkritik: Das Race of Champions 2010 bei Sky!

Neuland für Sky – Das Formel 1-Team berichtet nicht von der Rennstrecke, sondern aus dem Fußballstadion, aus der Esprit Arena in Düsseldorf. Wie sie die Übertragung des „Race of Champions“ an Tag 1 gemeistert haben, lest ihr nun in meiner TV Kritik.

Als Beobachter fragt man sich immer, wie gehen TV-Journalisten mit neuen Situationen um? Wenn Jacques Schulz und Marc Surer sonst arbeiten, dann wissen sie, was auf sie zukommt. Eine Rennstrecke, bestimmte Abläufe, manchmal vielleicht sogar Routine. Dies sollte sich heute ändern, denn die Esprit Arena in Düsseldorf, ein überdachtes Fußballstadion sollte heute ihr Einsatzgebiet sein. Keine Formel 1-Autos, wenig Formel 1-Fahrer und wenig Menschen, die sie sonst auf der Rennstrecke erleben.

Die Übertragung beginnt mit einem Simon Südel, der vor „Samstag Live!“ mal eben die Moderation des „Race of Champions“ übernimmt. Neben ihm, der 7-Fache Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher… wieso werden sich nun viele Fragen? Weil Simon die Ehre hatte, ein paar Runden mitzufahren. Kurz darauf gab es dann die offizielle Begrüßung mit Simon, sowie Marc Surer & Jacques Schulz mit ersten Infos und Einschätzungen zu dieser Veranstaltung. Positiv finde ich die lockere Stimmung, die Atmosphäre, die einfach Lust macht, auf einen Abend mit viel Racing. Nach einem kleinen Bericht über die Ereignisse vom letzten Jahr geht es dann auch schon weiter. Und hey… es kommt altes „Premiere-Feeling“ hoch, denn Simon Südel begrüßt als Gast niemand geringeren, als Ex-Premiere-Experte Striezel Stuck, der auch bei den Fans sehr gut ankommt. Nach ein paar Einschätzungen geht es dann weiter mit „Marc im Visier“, wo wir mehr über die Autos erfahren, die wir heute Abend erleben werden, super Sache!

Nach dieser sehr guten Vorberichterstattung geht es dann auch endlich richtig los. Man schaltet zu Jacques und Marc in die Kommentatoren-Kabine. Man merkt wirklich immer, dass die beiden sich super verstehen, sie ergänzen sich einfach und man hat immer das Gefühl, gut unterhalten zu werden. Zu dieser Spaß-Veranstaltung passt das natürlich auch irgendwie. Ich muss sagen, dass sich der Beginn, also des ersten Rennens doch ein wenig in die Länge gezogen hat, dennoch sahen wir in dieser Zeit z. B. die Strecke aufgebaut wurde. Als sogenannte VIP-Reporterin fungierte die „Samstag Live!“ Newsmoderatorin Isabella Müller-Reinhardt, die etwas über die Eintrittspreise der Veranstaltung sagte. Meiner Meinung nach war sie sehr leise, kaum zu verstehen, wollte locker wirken, aber man hatte das Gefühl, dass sie größtenteils alles abgelesen hat. Ich persönlich hätte darauf verzichten können. Neben den Rennen gab es auch Interviews, geführt von Matthias Pethes, der auch als zweiter Boxengassenreporter neben Tanja Bauer bei der Formel 1 im Einsatz war. Locker, informativ, einfach ein richtig guter Interviewer.

Wenn sich dann eine Frau mit einem Museumsauto überschlägt und Jacques anfängt zu lachen, von wegen: „Frauen und Autos, nee sag ich doch nicht“, dann sieht man, dass alle viel Spaß haben. Auch Michael Schumacher konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Hier sieht man, dass sich alle auf dieses Event gefreut haben und das es irgendwie auch etwas Besonderes ist.

Am Ende des Tages gab es das Duell zwischen Deutschland und England. Nach Verlängerung mit einem Sieg von Michael Schumacher im Buggy. Damit gewinnt er zusammen mit Sebastian Vettel zum vierten Mal in Folge den Nations Cup beim Race of Champions.

Das Wort „Event“ passte zu dieser Übertragung, die einfach spitze war. Keine Werbung, tolle und gut gelaunte Kommentatoren, sowie viele Interviews und einfach ganz viel Racing… das wollen die Zuschauer sehen. Die komplette Berichterstattung wirkte in sich stimmig, die Mischung aus Racing, Information und Entertainment gefiel mir ebenfalls sehr gut. Wenn ich in die Foren schaue, dann sehe ich mich in meiner Einschätzung bestätigt. Dennoch fehlte bei der Übertragung eine wie ich finde sehr wichtige Person… die Boxengassenreporterin, Tanja Bauer war einfach nicht da. Was nun im Nachhinein etwas komisch ist, da sie in Abu Dhabi sogar von Peter Lauterbach angekündigt wurde. Dennoch war es eine rundum gute Übertragung, die wieder zeigt, dass Sky nicht umsonst „der“ Sportsender in Deutschland ist, wenn es um die Qualität einer Übertragung geht.

Wir wissen noch immer nicht, wie es mit der Formel 1 bei Sky weiter geht, dennoch war dieser Tag bei den „Race of Champions“ eine gute Bewerbung für eine Verlängerung der Senderechte. Das Sky F1-Team ist einfach unschlagbar und sollte in dieser Konstellation, weiter durch die Weltgeschichte reisen.

Keep Racing!!!

Geschrieben von Florian Hellmuth

4 Kommentare

  1. Klasse geschrieben. War eine souveräne Leistung von Sky und natürlich von Jacques und Marc, aber das sind wir ja von ihnen gewohnt.

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  2. „Eine Frau“…

    Naja, es handelt sich bei ihr immerhin um Michelle Mouton, Rally Vize-Weltmeisterin auf Audi, nur knapp geschlagen von einem gewissem Walter Röhrl, was nun wirklich keine Schande ist.

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