Eine Fußballübertragung ohne wichtige Zeitlupen – Gibt es sowas? Natürlich! Wo? In Italien!

Der italienische Sender „Rai“ wird ab der kommenden Saison einige strittige Zeitlupen nicht mehr zeigen – Wieso? Ganz einfach, so will man Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen außen vor lassen.

Heutzutage gehört es dazu, dass der Zuschauer alles sieht, was auf dem Platz passiert. Dazu gehören neben den Toren auch Fouls, sowie weitere strittige Entscheidungen. In Deutschland schaut man sich gerade diese strittigen Entscheidungen in den Analysen nach dem Spiel oder auch in Sendungen wie dem aktuellen Sportstudio, dem Doppelpass oder auch Sky90 an. Auch Schiedsrichter sind Menschen denkt man, dennoch gibt es auch in Deutschland oft Kritik an den Unparteiischen und diese werden Woche für Woche von den „Experten“ kommentiert. Um diese in Italien zu entlasten, hat sich der italienische Sender „Rai“ nun gedacht, dass sie diese Zeitlupen einfach nicht mehr zeigen. Der Sender Rai ist in Italien so etwas wie die Sportschau, man zeigt also nur die Highlights aus der Serie A. In Zukunft wird man also nur noch die Tore in einer Zeitlupenstudie sehen können.

Anders ist es im Pay-TV, denn Sky Italia und Mediaset halten beide die Live-Rechte an der Serie A. Im Gegensatz zu Rai, werden beide Sender wie gewohnt, alle Szenen und alle Zeitlupen ausstrahlen.

Es ist schwer vorstellbar, wie es hier bei uns wäre, wenn man kaum Zeitlupen zu sehen bekommen würde. Man hat sich daran gewöhnt, dass man alles zeigt und auch im Nachhinein über alles diskutiert. Auf der einen Seite, finde ich die Idee, die der Sender „Rai“ hat nicht schlecht, denn die Schiedsrichter stehen bei Fehlentscheidungen im Rampenlicht, dennoch kann man als Sender nicht die Augen vor Fehlern schließen. Auch wenn Rai die strittigen Szenen nicht zeigt, tut es das Pay-TV, was dann natürlich auch heißt, dass sich von den Diskussionen her, auch in Zukunft nichts ändern wird.

Ich würde sogar so weit gehen, ganz schlicht und einfach zu sagen, dass das Weglassen dieser Szenen einer Zensur gleichkommt. Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern sind oft spielentscheidend, dass haben wir vor einigen Wochen bei der WM an vielen Beispielen gesehen. Wenn der Zuschauer dann nicht zu sehen bekommt, was eigentlich passiert ist oder was falsch entschieden wurde, dann braucht man ein Spiel überhaupt nicht mehr zu verfolgen.

Das Spiel lebt von Emotionen, von Spannung, aber eben auch von Fehlentscheidungen. So ist der Fußball einfach – Er ist nie perfekt, aber das soll er auch gar nicht sein.

Geschrieben von Florian Hellmuth

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