Wieso holt sich der HSV so viel Chaos und Ärger ins Haus?

Mit einem neuen Trainer zieht das Chaos in Hamburg ein – Armin Veh verändert viele Dinge, auch am Personal – Drobny wurde verpflichtet und auch Claus Reitmeier musste als Torwarttrainer seinen Hut nehmen.

Auch wenn die WM noch läuft, muss ich immer wieder an den Hamburger SV denken. Es gab viele Entscheidungen in den letzten Tagen und Wochen, die ich persönlich nicht verstehen kann. Man kann wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Aber es passt zum HSV in dieser Zeit. Chaos ist nichts unbekanntes beim HSV, vielleicht brauchen sie das auch, um auf Betriebstemperatur zu kommen? Ich würde den HSV als Achterbahn-Mannschaft beschreiben, denn dort gibt es immer wieder Höhen und Tiefen. Von der Trennung von Didi Beiersdorfer, der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy, über Platz 7 in der Bundesliga, der Trennung von Bruno Labbadia und nun mit Armin Veh als neuen Trainer.

Die größte Fehlentscheidung wurde meiner Meinung nach im Tor getroffen. Wieso verpflichtet man Jaroslav Drobny? Wenn man weiß, dass man einen der besten Keeper der Bundesliga in den eigenen Reihen hat, wieso holt man sich dann zusätzlichen Ärger ins Haus? Für mich nicht verständlich. Es ist keine Frage, dass Rost mit 37 nicht mehr der jüngste ist. Dennoch zeigte er auch in der vergangenen Saison, dass er eine feste Größe beim HSV ist. Drobny ist ohne Frage ein toller Torwart, der in jeder Mannschaft die Nummer 1 sein könnte, dennoch muss man sich Fragen, wieso der HSV ihn verpflichtetete? Einer von den beiden muss am 1. Spieltag auf der Bank Platz nehmen. Mal ganz banal ausgedrückt – Wenn ich mit Drobny einen zwar ablösefreien, aber vom Gehalt her „teuren“ Keeper verpflichte, dann wird man sich etwas dabei gedacht haben, daher gehe ich davon aus, dass er die Nummer 1 beim HSV wird. Es wäre ziemlich idiotisch einen Torwart für teures Geld zu verpflichten und ihn dann auf die Bank zu setzen. Frank Rost hat noch einen Vertrag bis 2011 beim HSV – Sollte es wirklich so kommen und Drobny im Tor stehen, dann könnte es hitzig werden, denn Rost ist nun seit 2007 Torwart beim HSV und wenn er nun „hintenrum“ wegrationaliesiert wird, dann ist das wirklich unter aller Kanone. Aber wie gesagt, alles andere würde den Transfer von Drobny für mich nicht erklären.

Seit 2007 war auch Claus Reitmaier ein fester Bestandteil im Team des HSV – Er wurde als Torwarttrainer engagiert und machte diesen Job sehr gut, wie man hört. Zur neuen Saison wird er aber von Ronny Teuber ersetzt. Wieso? Das weiß selbst Claus Reitmeier nicht, der Vertrag wurde überraschend nicht verlängert. Vielleicht hatten die Verantwortlichen Angst, dass er mit Drobny nicht so richtig kann, bzw. das er eine „vermeintliche“ Absetzung von Rost als Nummer 1 nicht unterstützen würde? Klar, es ist wage zu vermuten, aber es wäre eine Erklärung.

Mit Armin Veh bekommt der HSV einen Trainer, der mir persönlich nicht sehr sympatisch ist. Das ging mir auch schon bei der Verpflichtung von Bruno Labbadia so. Am Anfang ist immer alles super, in der Hinrunde war man dann eine der besten Mannschaften der Liga, um dann in der Rückrunde fast schon in der Versenkung zu verschwinden. Nach der Vorrunde sagte man in den letzten Jahren fast schon routinemäßig – Diesmal können wir Meister werden… Am Ende landete man dann aber nur im Mittelfeld oder gerade so auf einem Uefa Pokal bzw. Europa League Platz. Wenn man sich die Mannschaft vom Potenzial her anschaut, dann „müssten“ sie viel viel mehr erreichen.

Auch wenn Armin Veh ein Meistertrainer ist, halte ich ihn für eine Fehlbesetzung beim HSV – In Wolfsburg landete er mit seiner Mannschaft „trotz“ Millionen und einer von Felix Magath zum Titel geführten Mannschaft nur auf Rang acht und das, obwohl das Grundgerüst der Mannschaft so blieb. Als die Meldung über die Verpflichtung von Veh über den Ticker lief und ich kurz darauf, die „wichtigsten“ Fan-Portale aufsuchte, da gab es bereits viel Kritik zu dieser Verpflichtung, er passe nicht zum HSV oder man wünschte ihm viel Spaß dort, war zu lesen. Kaum ein Fan konnte die Verpflichtung nachvollziehen. Es ist einfach zu früh einen Trainer zu beurteilen, wenn er mit der Mannschaft noch kein einziges Spiel bestritt, dennoch muss man konstatieren, dass einige Dinge schon vor Anpfif des ersten Spiels für Chaos und Ärger sorgen und das ist meiner Meinung nach keine gute Voraussetzung für eine „lange“ Partnerschaft.

Geschrieben von Florian Hellmuth

3 Kommentare

  1. Der größte Witz überhaupt – der hier leider nicht angesprochen wird – ist die Personalie Bastian Reinhardt. Ein Jahr hatte man gebraucht, einen fähigen Nachfolger für den Sportlichen Leiter Dietmar Beiersdorfer zu finden, verhandelte mit zahlreichen anderen ohne Erfolg. Schließlich entschloss man sich für Praktikant, Wundertüte und Billiglösung Reinhardt. Professionalität bedeutet was anderes.

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  2. Ja, stimmt… – Die Personalie kann ich auch nicht verstehen… ich denke, dass man für so eine wichtige Funktion jemanden mit „Ahnung“ nehmen sollte und eben keinen Ex-Spieler, der gerade seine Karriere beendet hat.

    Aber hey… es ist der HSV… dort kann alles passieren…

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  3. Naja, es haben schon manche bewiesen, dass sie es auch als Manager direkt nach Ende ihrer Karriere hinbekommen (Horst Heldt z.B.) eine ordentliche Vereinsführung zu gewährleisten. Das ist nicht der springende Punkt. Mir ging es eher um den Zeitraum und die amateurhafte Suche. Ansonsten stimme ich dir im Großen und Ganzen zu.

    Der HSV bräuchte mal einen Trainer, der länger als eine Saison, etwas aufbauen kann. In den letzten fünf Jahren hatte der Verein einfach viel zu viele Trainer. Martin Jol wäre so ein Typ gewesen, wollte allerdings nicht…

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